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Selbst beim Abstieg droht kein Rauswurf

Selbst beim Abstieg droht kein Rauswurf

Die Stadt Trier und die Betreiber-GmbH widersprechen Gerüchten, dass die Handball-Miezen im Falle eines Abstiegs nicht mehr in der Arena spielen dürften. Für den Verein ist der Wolfsberg keine Lösung.

Es sieht nicht so aus, als ob sich gegen Frankfurt/Oder der Kreis schließen müsste: Am 14. Juni 2003 feierten die Miezen mit fast 3000 Fans die deutsche Meisterschaft - in ihrem ersten Spiel überhaupt in der Arena Trier. Am 26. März 2011 steht das letzte Spiel der Saison an - erneut gegen Frankfurt/Oder, wie seit acht Jahren immer in der Arena. Im ungünstigsten Fall steigen die Miezen dann aus der Bundesliga ab.

Aber selbst im Falle der Zweitklassigkeit drohen der MJC nach Aussagen der Stadt Trier und des Arena-Betreibers Castel GmbH weder "Rauswurf" aus der Arena noch Umzug in die Wolfsberghalle. "Grundsätzlich ist der Spielbetrieb der Miezen auch in der zweiten Liga in der Arena möglich", sagt Sportdezernentin Angelika Birk. "Glücklicherweise stellt sich die Frage noch nicht, und es gibt dahingehend auch noch keine Pläne. Die Miezen haben noch gute Chancen, in der ersten Liga zu bleiben, und als Sportdezernentin würde ich sie auch ausdrücklich in der Arena halten."

Eine ähnliche Meinung vertritt Arena-Geschäftsführer Wolfgang Esser: "Wir haben sogar schon grob die Termine für elf Heimspiele in unserem Plan hinterlegt. Natürlich müssen die Miezen Flexibilität mitbringen, was die Spieldaten betrifft." Die Miezen sind wie die TBB Hauptnutzer der Arena, dazu kommen Schulsport und Trainingsbetrieb für viele städtische Vereine. Daneben finanziert sich die Arena aber durch kommerzielle Veranstaltungen wie Konzerte oder Ausstellungen. "Kommerzielle Veranstaltungen haben immer Vorrang", betont Esser, "daher können wir den Miezen natürlich nicht immer den gewünschten Samstag-Spieltermin garantieren."

Der Arena-Manager widerspricht energisch Gerüchten, er wolle die Miezen auf den Wolfsberg verbannen, um dadurch die von ihm trainierten MJC-Basketballerinnen (vor dem Aufstieg in die zweite Liga) in die Arena zu holen: "Die AVG-Halle ist genau das Richtige für uns, angesichts von 80 bis 100 Zuschauern. Diese Gerüchte sind völlig aus der Luft gegriffen." Und selbst die Stadt sieht die Möglichkeiten einer Rückkehr der Miezen auf den Wolfsberg nicht optimistisch: "Die Grundvoraussetzungen für einen Spielbetrieb der Miezen in der Wolfsberghalle sind gegeben. Es sind jedoch nur rund 500 Zuschauerplätze vorhanden", heißt es von Birk.

Unter den Miezen-Fans gibt es keine einheitliche Meinung. Manche wollen die "alte Wolfsberg-Atmosphäre" zurück, andere beklagen hingegen fehlenden Komfort und mangelnde Infrastruktur in der Schulsporthalle. Für MJC-Vorstand Jürgen Brech gibt es keine Alternative zur Arena: "Bei den vergangenen Spielen hatten wir in der Arena auch eine tolle Atmosphäre. Auf dem Wolfsberg gibt es zu wenige Toiletten, die Gastronomie ist nicht mehr zeitgemäß - und alle Fans, die jetzt eine Rückkehr wollen, werden auch nicht in der im Sommer zu heißen Halle im Gedränge stehen wollen." Selbst im Falle eines Abstiegs rechnen die Miezen mit deutlich mehr als den 500 Zuschauern, die auf den Wolfsberg passen würden.

Was die Arena betrifft, weiß Brech, dass man Kompromisse eingehen muss: "Natürlich würden wir am liebsten alle Spiele samstagsabends zur gewohnten Miezen-Zeit um 19.30 Uhr austragen, aber das geht leider nicht immer."

Extra

Fanbus nach Rosengarten: Am Samstag (Anwurf: 19 Uhr) steht für die Miezen das alles entscheidende Abstiegsendspiel beim Drittletzten SGH Rosengarten an. Die MJC, die gewinnen muss, um die Liga zu halten, bietet zu dieser Partie einen Fanbus an. Bis Donnerstagnachmittag können sich Interessierte bei der MJC-Geschäftsstelle unter Telefon 0651/1704562 oder per Mail ( info@mjc-trier.de) anmelden. (BP)