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Sie kämpfen, als ginge es um Leib und Leben

Sie kämpfen, als ginge es um Leib und Leben

Dank einer unglaublichen Aufholjagd haben die Trierer Miezen einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf gewonnen. Durch das 30:30 (14:14) am Sonntag gegen den FHC Frankfurt/Oder beträgt der Abstand zum rettenden Ufer nur noch einen Punkt. Nun hofft die MJC auf die beiden noch ausstehenden Heimspiele.

Trier. Die Miezen-Traube stürzt sich der Zwei-Meter-Frau Franziska Mietzner beim finalen Freiwurf entgegen, als ginge es um ihr Leben. Als Mietzner werfen will, hängen drei Miezen an ihrem Arm. Abpfiff, Mietzner trifft nicht. Aus! Jubel! Auch dank der finalen Kraftanstrengung, um dieses Tor zu verhindern, haben sich die Trierer Handballerinnen den Punkt beim 30:30 (14:14) gegen den FHC Frankfurt/Oder am Sonntag redlich verdient. "Dieser Punkt nach einer echten Nervenschlacht wird uns die nötige Kraft im Abstiegskampf geben. Wir schaffen das", zeigte sich Triers erfolgreichste Torschützin Carolin Schmele (acht Treffer) optimistisch. Eiskalt hatte sie 20 Sekunden vor Schluss einen Siebenmeter zum Endstand verwandelt. "Da denkst du nicht nach, sondern wirfst einfach, aber ich war mir relativ sicher, dass er reingeht", sagte Schmele.Konkurrent Metzingen verliert

In vorderster Front zur Abwehr des Mietzner-Freiwurfs war Lena Zelmel aktiv. "Ich hätte sie auch umgerissen, hätte alles gemacht für diesen Punkt. Wir brauchen noch zwei, drei Zähler und haben noch zwei Heimspiele. Ich denke, das wird klappen", sagte Zelmel. Durch das Remis haben die Miezen den Rückstand auf den Drittletzten TuS Metzingen, der gegen Oldenburg verlor, auf einen Punkt verringert. "Heute sind wir endlich einmal für unseren Kampf belohnt worden. So wie wir am Ende gekämpft haben, ist dieses Remis auch verdient. Wenn wir 100 Prozent geben, können wir gegen jeden punkten", freute sich Miezen-Trainer Jörn Ilper. Zu großer Freude hatte er in der 49. Minute wahrlich keinen Grund, als er seine Auszeit nahm. Frankfurt/Oder hatte die einzige echte Schwächeperiode der MJC ausgenutzt, lag scheinbar vorentscheidend 27:22 in Führung. Aber die Auszeit wirkte, mit zwei schnellen Treffern verkürzte die MJC, die Gäste wurden immer nervöser. Und vier Minuten vor dem Ende war es vollbracht - Ausgleich, 28:28. Die rund 1250 Fans standen auf ihren Sitzen und schrien die Miezen nach vorne. Zweimal ging der FHC noch in Führung, zweimal glichen die Miezen, die während der gesamten 60 Minuten nur zweimal - beim 14:13 und 15:14 - geführt hatten, aus. "Heute waren wir viel konstanter als sonst", bemerkte Schmele, neben der auch Nathalie Adeberg (vier Tore) im MJC-Trikot herausragte. Und als es auf sie ankam, war auch Torfrau Verena Flöck zur Stelle. Zwei Heimspiele bleiben noch

Der FHC bleibt also Trier "ziemlich liebster Gegner", nachdem gegen die Brandenburgerinnen 2011 und 2012 der Klassenerhalt mit Siegen perfekt gemacht wurde. In diesem Jahr war es ein Punkt - aber einer, der am Ende entscheidend sein kann. "Ich denke, es wird eng bis zum letzten Spiel, aber jetzt ist allles möglich", meinte Ilper mit Blick auf das Restprogramm. Am kommenden Sonntag gastiert Trier in Göppingen, dann folgen die beiden Heimspiele gegen Leverkusen und Schlusslicht Bad Wildungen. Und der letzte Gegner Blomberg ist seit nach dem gestrigen 33:28 über Koblenz/Weibern raus aus dem Abstiegskampf. DJK/MJC Trier: Bocka, Flöck - Zelmel (3), Czanik (3), Schmele (8/3), Vallet (2), Adeberg (4), Derbach (4/3), Solic (3), Jelicic (1/1), Cabeza (2) FHC Frankfurt/Oder: Herrman, Burrekers - Nega (0), Mietzner (5/1), Wegner (0), van Capelle (0), Gubernatis (6), Scheidemann (1), Uchibayashi (1), Jochin (7/1), Beier (8), Rode (0), Rost (2), Weiher (0) Zuschauer: 1250, Schiedsrichter: Behrens/Fasthoff