"Sooo schlecht sind die Miezen gar nicht"

"Sooo schlecht sind die Miezen gar nicht"

Nach der 22:28-Niederlage gegen Leipzig haben die Miezen jetzt sechs Wochen Zeit, sich auf das "Spiel der Spiele" gegen Celle vorzubereiten. Fans und Trainer des Tabellenletzten sind überzeugt, dass der Klassenerhalt machbar ist.

Trier. Nach seinem heftigen Wutausbruch nach der Niederlage in Bad Wildungen huschte am Mittwochabend sogar der Ansatz eines Lächelns übers das Gesicht von Miezen-Trainer Thomas Happe. "Diesmal kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen", lautete Happes Fazit nach der 22:28 (12:16)-Niederlage der DJK/MJC Trier gegen den Tabellenzweiten HC Leipzig.
Zwar bleiben die Miezen punktloser Letzter, aber die rund 800 Fans in der Arena konnten dem Miezen-Trainer zustimmen, wenn er sagte: "Die Mannschaft lebt noch, sie hat sich wahrlich noch nicht aufgegeben." Der Heimauftritt gegen den Rekordmeister war ein himmelweiter Unterschied zur Schmach beim Aufsteiger Bad Wildungen. Trier kämpfte, bäumte sich gegen den übermächtigen Gegner auf, hielt bis Mitte der zweiten Halbzeit mit. Aber dann zeigte sich wieder einmal, dass den Triererinnen die Breite im Kader fehlte. Weil er - auch angesichts der Verletzungen von Jana Arnosova und Silvia Solic - kaum Wechseloptionen hatte, musste Happe fast durchspielen lassen. Darunter litt in den entscheidenden Phasen die Konzentration im Abschluss, gerade von Rechtsaußen und vom Kreis.
"Gegen Celle bin ich definitiv wieder dabei, auch wenn ich erst in rund vier Wochen mit dem Balltraining beginnen kann", machte Spielführerin und Kreisläuferin Solic Hoffnung nach ihrer Schulterverletzung. Ob im Schicksalsspiel am 30. Dezember auch Rechtaußen Arnosova dabei sein kann, ist eher fraglich - am Mittwoch humpelte die Tschechin noch auf Krücken durch die Arena. Trotz dieser Widrigkeiten hätte Happe jetzt gerne weitergespielt: "Ein Aufwärtstrend ist klar erkennbar - und zu Hause zeigen wir ganz andere Leistungen als auswärts", meinte der frühere Bundesliga-Profi. Nach fünf Auswärtspartien in Folge merkte man auch den Spielerinnen die Lust an, vor heimischer Kulisse aufzulaufen. Aber aufgrund der WM-Pause wird jetzt wieder sechs Wochen nicht gespielt - Happes deutliche Meinung: "Dieser Spielplan ist eine Katastrophe."
Nun hat die Mannschaft erst einmal Urlaub - Kräfte sammeln für die Vorbereitung auf die "Spiele der Spiele". Denn in den beiden abschließenden Hinrundenpartien gegen den Vorletzten aus Celle und in Göppingen muss gepunktet werden - zumindest im Heimspiel - wenn man sich die Chancen auf den Klassenerhalt wahren will. Die Miezen-Fans haben zumindest schon einmal ihre Meinung auf einem Plakat geäußert: "Gemeinsam sind wir unabsteigbar" stand da in großen Lettern. Und auch Leipzigs Trainer Stefan Madsen macht den Miezen Hoffnung: "Der Spielplan meinte es wahrlich nicht gut mit Trier. Ich denke, mit ihren Fans im Rücken können sie es schaffen. Sooo schlecht sind die Miezen gar nicht. Hätten wir 60 Minuten lang so gespielt wie in der Anfangs-Viertelstunde, hätten wir in Trier verloren."