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Sprüche Ein Abend der Träume und Triumphe

Sprüche Ein Abend der Träume und Triumphe

Im Kurfürstlichen Palais in Trier sind die Sieger der TV-Sportlerwahl 2010 mit dem Konstantin-Preis ausgezeichnet worden. In die Freude der Geehrten mischten sich auch nachdenkliche Momente.

Trier. Der Zweitplatzierte ist der erste Verlierer. Im Spitzensport ist dieses hässliche Motto häufig zu hören. Bei der TV-Sportlerwahl beherzigten die Nominierten den Aufruf von Initiator Rainer Düro (Präsident des Ironman-Clubs Trier), nicht nur auf die Platzierungen zu schauen: "Alle im Saal haben eine große Wertschätzung verdient." So argumentierte auch Schirmherr Fred Pretz, Präsident des Sportbunds Rheinland. Er warb gleichzeitig für einen höheren Stellenwert des Sports in der Gesellschaft: "Es kann nicht sein, dass Fünfjährige 20 Computerprogramme bedienen, aber nicht zehn Sekunden auf einem Bein stehen können."

Rund 230 Gäste wohnten der Preisverleihung im Kurfürstlichen Palais bei, die von Düro und TV-Redakteur Björn Pazen moderiert sowie von Tenor Thomas Kiessling und Pianist Klauspeter Bungert musikalisch begleitet wurde.

Seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigt hat Richard Schmidt. Der Ruderer vom RV Treviris Trier bedankte sich via Internet-Telefonschaltung für die Wahl zum Sportler des Jahres. Der Weltmeister mit dem Deutschland-Achter weilt zum Training in Italien — die nächsten Rennen entscheiden darüber, ob er seinen großen Traum Olympia 2012 in London leben darf. Auch andere Sportler wollen auf die Insel. Leichtathletin Maike Hausberger aus Butzweiler (Dritte bei den Nachwuchssportlerinnen) und die Rollstuhl-Basketballerin Marina Mohnen aus Bitburg (Sportlerin des Jahres) hoffen auf eine Paralympics-Teilnahme.

Völlig überrascht von ihrem Sieg war die Nachwuchssportlerin des Jahres, Nicole Weber. "Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet", sagte die 15-jährige Schwimmerin des SSV Trier. Ihr Coach Engel Mathias Koch (Vierter in der Trainer-Kategorie) nutzte die Preisverleihung, um einen Wunsch an die Politik loszuwerden: "Ich träume von einer Schwimmhalle mit 50-Meter-Bahn in Trier."

Träumen darf auch Basketball-Bundesligist TBB Trier — und zwar von den Playoffs. Mit einer Prognose hielten sich Maik Zirbes (Nachwuchssportler des Jahres), Philipp Zwiener (als "Sprecher" fürs siegreiche Team in der Kategorie Mannschaft des Jahres) und Coach Henrik Rödl (Trainer des Jahres) zurück. "Ich hoffe, dass wir die Playoffs vielleicht erreichen", ließ Rödl wissen.

Bei der Nachwuchsmannschaft des Jahres, den Trier Dolphins Junioren, geht es um sportlichen Erfolg (Bilanz 2010: 24 Siege, nur eine Niederlage), aber auch um Integration. Im Team gehen behinderte und nicht behinderte Jugendliche gemeinsam auf Korbjagd.

Mehrere Nominierte erlebten 2010, wie dicht Freud' und Leid beieinander liegen. Bei Duathletin Claudia Fusaro (Tri-Post Trier, Vierte bei den Sportlerinnen) wurde Krebs diagnostiziert. Die Leidenschaft für den Sport gab ihr Kraft für die Chemotherapie. Ihr Appell: "Ich stehe heute Abend hier stellvertretend für jeden mit einer schweren Krankheit. Es lohnt sich, zu kämpfen. Es geht auf jeden Fall weiter!" Er hat mir beigebracht, dass man beim Laufen auch lächeln kann.

Leichtathletin Kerstin Marxen (Manderscheid), die in Tübingen von Ex-Olympiasieger Dieter Baumann trainiert wird.

Ich habe früher öfters Bälle gegen unsere Fenster geschlagen. Die sind aber nie zu Bruch gegangen — es waren nur Softbälle.

Tennisspieler Jan Porteset (Konz, Dritter bei den Nachwuchssportlern) auf die Frage, wie er die Leidenschaft für seinen Sport entdeckt hat.

Ich bin ein eigensinniger Spieler, den man ordentlich coachen muss.

TBB-Center Maik Zirbes, Nachwuchssportler des Jahres.

Erst einmal hängt alles vom 19. März ab.

Jelena Popovic, Top-Torschützin von Handball-Bundesligist DJK/MJC Trier und Zweite bei den Sportlerinnen, auf die Frage nach den Chancen zum Klassenerhalt. Am 19. März müssen die Miezen bei der SGH Rosengarten/Buchholz gewinnen.

Langfristig wollen wir vielleicht Richtung Oberliga schauen.

Dirk Fengler, Trainer von Fußball-Rheinlandligist FSV Trier-Tarforst.

Es war einfach nur geil. Davon kann man später noch seinen Enkeln erzählen.

Carmen Neuhaus, Spielerin des FC Bitburg, über das DFB-Pokal-Erlebnis. Als Rheinlandpokalsieger hatte sich der FCB für die erste Runde qualifiziert. (bl)

Gala-Splitter

Farbenspiele: Dunkle und dezente Farben dominierten die Abendgarderobe der Gala-Gäste. Doch es gab auch Ausreißer: Die Fußball-Frauen des FC Bitburg, die sich diebisch darüber freuten, als Zweitplatzierte Eintracht Trier (4.) und den FSV Trier-Tarforst (3.) hinter sich gelassen zu haben, kamen in türkis-farbenen Trikots auf die Bühne. Schwimm-Trainer Engel Mathias Koch wartete gar mit einer kunterbunten Krawatte auf. Hohes Pensum: Sport ist Mord — an diese Redensart dürften viele im Saal gedacht haben, als Marathonläufer Dietmar Bier (Fünfter bei den Sportlern des Jahres) Einblicke in seinen Trainingsalltag gab: "Ich laufe pro Woche 120 bis 160 Kilometer. Meist trainiere ich morgens um 5.30 Uhr und in der Mittagspause." Sonder-Ehrung: Die Konstantin-Preise wurden in sieben Kategorien verliehen. Darüber hinaus gab es einen Sonderpreis für das Engagement des Wittlicher Vereins "Benefiz-Radler". Die Mitglieder haben mit Aktionen bis dato rund 65 000 Euro für soziale Projekte in der Region und Hilfsbedürftige gesammelt. (bl)