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Teamgeist statt großer Namen

Teamgeist statt großer Namen

Mit dem Derby in Koblenz starten die Trierer Miezen am Samstag in die neue Bundesligasaison. Vorstand, Trainerinnen und Mannschaft sind optimistisch, dass trotz eines Kaders ohne große Namen der Klassenerhalt gesichert werden kann - denn nur eine Mannschaft steigt ab.

Trier. Eigentlich bereitete man sich nach 13 Jahren in der 1. Liga auf das Unterhaus vor, doch mitten in die Vorbereitung platzte bei der DJK/MJC Trier die Nachricht der Insolvenz des Frankfurter HC. Bei den Miezen ergriff man die unverhoffte Chance beim Schopfe - und nachdem ein erstligatauglicher Wirtschaftsplan präsentiert werden konnte, gab die HBF grünes Licht für die 14. Erstliga-Saison, der Abstieg war durch die Hintertür abgewendet worden. Doch auch wenn man nun eine Liga höher spielt als geplant, änderte sich am ursprünglich für die 2. Liga zusammengestellten Kader nichts - auch weil man nicht mehr Geld ausgeben will, als man hat. "Sollte sich am Markt noch etwas Finanzierbares ergeben, schlagen wir zu, sonst nicht", lautet die Maxime des Vorstands.
Trainerinnen ohne Erfahrung


Neu sind nicht nur fünf Spielerinnen, sondern auch die Trainerbank wurde neu besetzt - mit zwei (ehemaligen) Spielerinnen, die bislang noch über keine Trainererfahrung verfügen: die Spanierin Cristina Cabeza, die bei Bedarf auch als Spielertrainerin auflaufen soll, sowie das tschechische Miezen-Urgestein Jana Arnosova, die ein Jahr nach ihrem Karriere-Ende Co-Trainerin wurde. Beide ersetzen Jörn Ilper, der im Vorjahr aufgrund des Minikaders die Klasse nicht halten konnte. Cabeza und Arnosova müssen einen erneuten Umbruch einleiten, auch wenn viele Spielerinnen dem Verein die Treue hielten. Eigentlich sollte die Mannschaft sich in der 2. Liga erst einmal einspielen und dann den direkten Wiederaufstieg schaffen - nun geht es einzig und allein gegen Abstieg.
Bekannteste Neue sind zwei Altbekannte: Katrin Schneider, die nach zwei Jahren in Bietigheim zu ihrem Ex-Klub zurückkehrte, und Torfrau Dani Vogt, die schon von 2000 bis 2011 Mieze war und nach einem Jahr in Konz zurückgekehrt ist. Daneben verpflichteten die Miezen die Dänin Maria Kroyer, die Ex-Blombergerin Maria Pilmayer; von der TG Konz, die mittlerweile ihre Mannschaft aus der 3. Liga zurückgezogen hat, kamen zudem Abwehrspezialistin Esther Mohr sowie das MJC-Eigengewächs Kartin Irsch.
Allerdings müssen die Miezen auch den Weggang ihrer Toptorschützin Carolin Schmele (zum dänischen Klub Vejen) sowie der talentierten Linksaußen Lena Zelmel verkraften. Zudem fehlt eine Linkshänderin für den rechten Rückraum. "Die Verantwortung liegt jetzt auf mehr Schultern", ist sich MJC-Vorstand Jürgen Brech nach der knallharten Vorbereitung sicher.
Ob das aber zum Klassenerhalt reicht? "Es steigt nur eine Mannschaft ab, das sollten wir schaffen, ich bin sehr optimistisch", meint Trainerin Cabeza. Wegweisend wird schon der Saisonstart sein, wenn die MJC am Samstag beim Nachbarn Koblenz antritt und danach Aufsteiger Bensheim/Auerbach empfängt. "Vier Punkte wären super, dann könnten wir erst einmal durchatmen", meint Arnosova.
Von einigen Seiten wird den Miezen aber die Erstligatauglichkeit abgesprochen - der Kader beinhaltet keine großen Namen. "Das machen wir mit Teamgeist wett", sagt Brech, der zudem hofft, dass das in den vergangenen Jahren wahrlich nicht verwöhnte Trierer Publikum hinter der neuen Mannschaft steht: "Ich hoffe, dass die Fans unsere Arbeit der Konsolidierung honorieren", sagt der Vorstand. Der Optimismus ist also da, den Ruf der "Unabsteigbaren" auch Ende Mai 2014 fortzusetzen.