Trierer Handball-Miezen verlieren in Belrin 26:36

Handball : Keine Einstellung, keine Punkt, aber mächtig Wut

Die Trierer Handball-Miezen präsentieren sich bei der 26:36-Niederlage in Berlin völlig von der Rolle.

Manchmal gehen selbst lange Reisen wie im Flug vorbei, manchmal sind sie aber auch zäh wie Kaugummi. Die Busfahrt der Trierer Handball-Miezen aus Berlin nach Trier in der Nacht von Samstag auf Sonntag gehört definitiv in Kategorie zwei, denn alle Beteiligten waren ziemlich angefressen. „Egal, was wir gespielt haben, es hat nicht gepasst. Egal, was wir uns vorgenommen haben, es wurde nicht umgesetzt. Unglaublich.“ So lautete die kurze und schonungslose Aufarbeitung von Interimstrainer Ralf Martin nach dem 26:36 (7:15) bei den Spreefüxxen.

Während die Zweitliga-Abstiegskonkurrenten aus Bremen und Zwickau weiter munter punkteten und sich so langsam von Trier absetzen, war diese Niederlage ein erneuter Rückschlag für die MJC im Kampf um den Klassenerhalt.

Mit zwei Punkten Vorsprung vor dem ersten Abstiegsplatz (derzeit Hannover) geht es in die vier letzten Saisonspiele. „Ich kann mir viele Sachen nicht erklären, denn die Mannschaft hatte vorher gut trainiert“, sagt Martin und ergänzt, „wenn von fünf Rückraumspielerinnen nur eine Normalform hat, sagt das vieles. Zudem waren wir in der Abwehr zu unbeweglich und auch Torfrau Yuko Minami hatte nicht ihren besten Tag.“ Egal, welche Abwehrformation er ausprobierte, Berlin war immer einen Schritt schneller, zudem waren die Füchse viel konsequenter in all‘ ihren Aktionen. „Im Endeffekt war es eine Sache der Einstellung, und wir fanden in den 60 Minuten nie die richtige Einstellung zum Spiel“, monierte Martin. Die beiden einzigen Spielerinnen, die er von seiner Kritik ausnimmt, sind Joline Müller, mit sieben Treffern beste Trierer Werferin, sowie die junge Belgierin Aaricia Smits.

Von Beginn an liefen die Miezen einem Rückstand hinterher. Aus dem 1:4 war schnell ein 5:14 (22. Minute) geworden, zur Pause hatte Berlin beim 17:9 schon mehr als eine Vorentscheidung erreicht. Beim 15:25 in der 45. Minute betrug der Abstand erstmals zehn Tore, danach konnte die MJC, die auf Melanie Eckelt, Dora Simon-Varga und Tine Welter verzichten musste, diesen auch nicht mehr reduzieren. Im insgesamt vierten Spiel gegen Berlin setzte es somit die vierte Niederlage für die MJC. Nach dem 23:26 im Hinspiel vor vier Wochen hatte sich der Verein von Trainer Andy Palm getrennt. Die Bilanz von seinem Nachfolger Ralf Martin beträgt nach drei Spielen 2:4 Punkte.

Somit ist der Druck erneut gewachsen, das nächste Heimspiel am kommenden Samstag (19.30 Uhr) gegen Herrenberg muss unbedingt gewonnen werden. „Am Dienstag werden sich die Spielerinnen aber erst einmal ein paar deutliche Worte anhören müssen“, kündigt Martin schon einmal eine harte Woche für die Miezen an.

DJK/MJC Trier: Minami, Krämer - Petrovska (1), Sattler (0), Houben (3), Czanik (2), Tolic (0), Smits (2), Müller (7), Szabo (6/4), Zrnec (2), Constantinescu (3) - Beste Werferinnen Berlin: Magg (7), Estermann und Trumpf (je 6).

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