Trierer Miezen geben Sieg aus der Hand

Handball : Trierer Miezen geben Sieg aus der Hand

Da war mehr drin im vorletzten Zweitliga-Heimspiel der Trierer Handball-Miezen: Nach einer dramatischen Schlussphase hieß es am Samstagabend 31:31 (17:13) gegen den TuS Lintfort in der Arena. Der letzte Trierer Wurf landete an der Latte.

Linsey Houben trat an, nahm Maß, zirkelte den Ball über die in die Höhe gereckten Arme der Lintforter Abwehrmauer – an die Latte! Abpfiff, 31:31, Punkt verloren. Die Trierer Handball-Miezen sind wahrlich nicht vom Glück verfolgt. Eine Woche nach der hauchdünnen Niederlage in Nürtingen wurde es am Samstagabend wieder nichts mit einem Sieg auf der Abschiedstournee durch die 2. Frauen-Handball-Bundesliga.

Zwischenzeitlich hatten die Miezen mit sechs Toren Vorsprung geführt, die 325 Fans in der Arena feierten die Gastgeberinnen, aber am Ende wurde es nur ein Remis. Vielleicht lag es daran, dass den wenigen eingesetzten Miezen am Ende die Kräfte fehlten. Vesna Tolic fiel wegen einer Zahn-Operation aus, aber junge Spielerinnen wie Lena Hoffmann oder Kristian Brunner erhielten ebenso wie Angela Petrovska oder Hannah Sattler kaum oder keine Einsatzzeiten. „Eigentlich wollte ich die jungen Spielerinnen gegen Ende bringen, aber weil der Vorsprung geschmolzen war, konnte ich das nicht“, verteidigte sich Trainerin Elena Vereschako nach dem Schlusspfiff.

Auch sie sprach von einem verlorenen Punkt, „denn wir haben das Spiele aus der Hand gegeben“, meinte angesichts der Gesamtsituation mit Insolvenzverfahren und Zwangsabstieg aber auch: „Es war ein Gewinn für die Mannschaft, die sich nicht aufgibt.“ Nachdem es vergangene Woche eine heftige Schiedsrichterschelte von der MJC-Trainerin gab, hielt sich Vereschako dieses Mal trotz einer strittigen Situation in der Schlusssekunde zurück: Denn das junge Gespann Sophia Janz/Rosana Sug hatte vorher eine gute Leistung gezeigt. Verwirrung gab es nur mit besagter letzten Szene, einem Lintforter Wechselfehler. Da der aber schon nach dem eigentlichen Abpfiff erfolgte, war die Entscheidung korrekt, Freiwurf zu geben und keinen Siebenmeter. Jenen Freiwurf verwarf dann Houben.

Die Miezen hätten die Partie aber viel früher entscheiden können. Sie führten dank insgesamt zehn Tore von Houben und einigen Paraden von Torfrau Melanie Eckelt mit 12:6 und 15:9, zur Pause stand immer noch ein 17:13 auf der Anzeigentafel. Bis zum 20:16 sah es nach einer dominanten Trierer Vorstellung aus, dann kam Lintfort dank Lois Vanderwal Tor um Tor heran, insgesamt 15 Treffer standen am Ende auf dem Konto der alles überragenden TuS-Außen.

Beim 24:23 drohte die Partie erstmals zu kippen, aber dank eines Zwischenspurts zum 28:25 sieben Minuten vor dem Ende glaubten sich die Miezen wieder auf der Siegerstraße. 36 Sekunden vor Schluss erzielte Vanderwal dann den ersten (und finalen) Ausgleich für ihr Team. „Wir haben in der entscheidenden Phase zu viele freie Chancen vergeben“, war für Vereschako der Grund für den Punktverlust.

Aber immerhin: Die Miezen klettern vor den beiden letzten Zweitligaspielen in Nidda und gegen Harrislee zumindest auf den vorletzten Tabellenrang, punktgleich mit dem nächsten Gegner.

Matchwinnerin Houben und Eigengewächs Sattler haben sich indes noch nicht für einen Verbleib in Trier entschieden – und widersprechen dementsprechende Meldungen. „Ich muss erst einmal abwarten, wie es in Trier weitergeht.“ Sattler freut sich, dass die Miezen nächste Saison in Liga 3 antreten dürfen, dass sei eine große Chancen für den Verein, aber: „Es gab noch gar kein Gespräch von Vereinsseite mit mir, auch daher habe ich mich noch nicht entschieden, ob ich bleibe.“

DJK/MJC Trier: Eckelt, Baranowska – Hoffmann, Petrovska, Sattler, Ilciukaite (5), Brunner, Houben (10/3), Czanik (4), Tolic (n.e.), Szabo (5), Zrnec (2), Simon-Varga (5) – Beste Werferin Lintfort: Vanderwal (15/4).

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