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Trierer Miezen: Sie müssen es auf dem Feld schaffen

Trierer Miezen: Sie müssen es auf dem Feld schaffen

Neun Punkte Rückstand aufs rettende Ufer bei nur noch acht ausstehenden Spielen - die Luft für die Trierer Handball-Miezen wird in der 2. Bundesliga immer dünner. Heute können sie gegen die Rödertalbienen allerdings Geschichte schreiben.

Trier. Die Trierer Miezen hatten in der Vergangenheit mehr als einmal Glück, als es darum ging, den Abstieg zu vermeiden. Vereine gingen Pleite, andere beantragten keine oder erhielten keine Lizenzen. Obwohl eigentlich sportlich abgestiegen, hielt die DJK/MJC Trier so mehrfach die erste Liga. Vergangene Saison führte der Fahrstuhl dann nach unten - und in der 2. Liga sieht es derzeit so aus, als ob die Miezen durchgereicht würden in Liga 3. Vor dem Nachholspiel gegen die Rödertalbienen am heutigen Samstag um 15 Uhr in der Arena und nach den Siegen der Konkurrenz beträgt der Miezen-Rückstand auf den rettenden fünftletzten Platz neun Punkte - bei nur noch acht Spielen.

Und so hofft man im MJC-Lager nicht nur auf die sportliche Aufholjagd, sondern auch auf den "grünen Tisch" - darauf, dass Zweitligisten oder potenzielle Aufsteiger keine Lizenz beantragen. Einige Gerüchte gab es in den vergangenen Wochen, dass Zweitligisten aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben würden. Aber: Bei der Liga weiß man davon nichts. Offiziell darf man sowieso vor dem Einsendeschluss für die Lizenzunterlagen am 30. März nichts sagen, und unter der Hand hört man nur, dass man derzeit davon ausgeht, dass alle 16 Vereine ihre Lizenz beantragen werden. Sollte es ein Problem bei einem Drittligameister geben, kann der Zweite durch eine Relegation nachrücken.

Interessant ist aber eine Einladung aus Koblenz. Im Rahmen einer Pressekonferenz wollen sich die Vulkanladies kommenden Mittwoch zu ihrer sportlichen Zukunft äußern. Dass es finanzielle Probleme geben könnte, hatte Hauptsponsor Manfred Sattler bereits verkündet (der TV berichtete). Gehen am Deutschen Eck die Lichter aus? Nach Insiderinformationen eher nicht.

Mit den Rödertalbienen aus der Nähe von Dresden kommt heute zu ungewohnt früher Anwurfzeit der Tabellenvierte - und es kommt zu einem spannenden litauischen Duell von MJC-Spielmacherin Zivile Jurgutyte gegen ihre Landsfrau Jurgita Markeviciute, Dreh- und Angelpunkt der Gäste. Nach den Punktverlusten des Toptrios kann sich Rödertal bei drei Minuspunkten Rückstand auf Rang zwei sogar noch geringe Hoffnungen auf den Bundesliga-Aufstieg machen.
Eigentlich sind die Miezen also chancenlos, nicht nur wegen der 20:27-Hinspielniederlage.

Vier Faktoren stimmen die MJC aber zuversichtlich: Die Miezen haben zuletzt auswärts in Koblenz und Mainz zweimal gewonnen, das Selbstvertrauen ist da. Zweitens leistete sich Rödertal beim Fünftletzten Bremen einen 25:34-Ausrutscher. Drittens dürften die Gäste nach ihrer Anreise einmal quer durch Deutschland nicht die fittesten Beine haben. Und viertens: Dass Bremen gegen Tabellenführer Neckarsulm und Mainz/Budenheim gegen Beyeröhe gewinnt, hätte vor dem vergangenen Wochenende auch keiner für möglich gehalten. Genauso eine Sensation brauchen die Miezen, um zumindest mathematisch im Rennen um den Klassenerhalt zu bleiben.

Trainerin Cristina Cabeza versprüht jedenfalls den nötigen Optimismus: "Wir müssen unsere Spiele gewinnen, am besten alle acht und dann werden wir sehen, ob und wofür das am Ende reicht." Und Cabeza & Co. können nicht nur Wichtiges, sondern auch Historisches vollbringen: Seit der Saison 2007/08 hat die MJC nicht mehr drei Siege hintereinander gefeiert. BP

DJK/MJC Trier (Kader): Kockler, Eckelt - Sattler, Vallet, Derbach, Mohr, Jurgutyte, Knoroz, Thomas, Czanik, Houben, WeibelovaExtra

Czanik im Nationaltrikot: Während ihre Mannschaftskameradinnen vergangenes Wochenende spielfrei hatten, lief Mieze Andrea Czanik mit der Slowakei in der EM-Qualifikation auf. Bei den beiden deutlichen Erfolgen (29:15, 25:8) gegen Finnland steuerte die Kreisläuferin zwei Treffer bei. Vor den letzten beiden Qualispielen im Juni liegen die Slowakinnen mit vier Zählern hinter Polen und Ungarn (je sechs). BP