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Handball
Verschenkter Tag von der Anreise bis zum Abpfiff: Trierer Miezen verlieren in Halle/Neustadt

Miezen-Spielerin Tine Welter von der DJK/MJC Trier während der Partie gegen Waiblingen
Miezen-Spielerin Tine Welter von der DJK/MJC Trier während der Partie gegen Waiblingen FOTO: Jürgen Brech
Halle/Neustadt. Zu viele Chancen verballert: Die Trierer Handball-Miezen verlieren trotz starker Torfrau das Topspiel in Halle/Neustadt. Nach zuletzt 9:1 Punkten in Folge und dem Sprung auf den sechsten Platz der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen hat es die Trierer Miezen am Samstagabend erwischt.

Der lange Tag hatte schlecht angefangen, wurde in den 60 Minuten Spielzeit nicht besser und endete mit einer größtenteils wortlosen, langen Heimreise aus Sachsen-Anhalt nach Trier. „Das war mehr drin“, sagte Andy Palm, Trainer der Trierer Handball-Miezen, am Tag nach einer der weitesten Auswärtsreisen der Saison.

Nach zuletzt 9:1 Punkten in Folge und dem Sprung auf den sechsten Platz der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen hat es die Miezen am Samstagabend erwischt. Im Topspiel beim Tabellendritten Union Halle/Neustadt gab es eine am Ende zu deutliche 23:30 (10:13)-Niederlage für die extrem ersatzgeschwächten Triererinnen, die zu allem Überfluss wegen des zähflüssigen Verkehrs auf deutschen Autobahnen erst rund eine Stunde vor Anpfiff in Halle angekommen waren. „Das passte irgendwie alles in Bild“, sagte Palm, der auf die verletzten Ramona Constantinescu, Joline Müller, Dora Simon-Varga sowie Tine Welter (Grundwehrdienst in Luxemburg) verzichten musste.

Bis zum 6:6 zur Mitte der ersten Halbzeit waren die Miezen auf Augenhöhe, dann setzten sich die Gastgeberinnen zur Pause auf 13:10 ab. Das lag aber nicht unbedingt an der Übermacht der Wildcats, sondern an den insgesamt 16 Fehlversuchen, die sich Trier allein in der ersten Hälfte geleistet hatte. „Das war eine unserer schlechtesten Abwehrleistungen, seit ich Trainer in Trier bin“, sagte der Belgier Palm.

Gleich nach dem Seitenwechsel gelang den Miezen durch einen Doppelschlag von Linsey Houben und einen weiteren Treffer von Gabriella Szabo der Ausgleich zum 13:13 – dass Halle sich im Anschluss nicht schneller absetzen konnte, war das Verdienst von MJC-Torfrau Melanie Eckelt, die unter anderem vier von fünf Siebenmetern der Gastgeber abwehrte. Zudem zeigten auch Hannah Sattler und Aaricia Smits eine starke Leistung, auch wenn Vesna Tolic mit sechs Treffern beste MJC-Werferin war.

Aufgrund der größeren Wechseloptionen, einem etwas besseren Abschlussverhalten und dank einer stabilen Abwehr betrug der Vorsprung des Tabellendritten ab der 38. Minute konstant drei bis fünf Tore. Die Miezen gaben sich aber nie auf, Halle konnte sich bis erst nach dem 26:23 in der 53. Minute entscheidend absetzen und gewann am Ende verdient. „Wenn dann auch noch einige fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen zur schwachen Chancenverwertung hinzukommen, kannst du auch nicht gewinnen“, sprach Palm von einem „verschenkten Tag“ für die Miezen, die am kommenden Samstag bereits um 15 Uhr ihr nächstes Heimspiel gegen Zwickau haben werden. Dann ist zumindest „Soldatin Welter“ wieder im Glied dabei.

DJK/MJC Trier: Minami, Eckelt – Petrovska (1), Sattler (3), Houben (4/3), Czanik (2), Tolic (6), Smits (3), Szabo (4), Zrnec (0), Brunner (0) – Beste Werferin Halle: Mikkelsen (6)