Trierer Miezen verlieren unnötig gegen Herrenberg

Fauen-Handball : Neue Hoffnung für Miezen trotz unnötiger Niederlage

Die Trierer Miezen haben wichtige Punte im Kampf m den Klassenerhalt verschenkt: Am Samstagabend verlor der Frauen-Handball-Zweitligist mit 21:24 (11:12) gegen die SG Herrenbrg.

Es war Kampf, es war Krampf – und es gab kein Happy-End für die Miezen: Die Trierer Handballerinnen haben am Samstagabend wichtige Punkte im Abstiegskampf verschenkt. Denn gegen den Tabellenvierten SG Herrenberg war am Samstagabend mehr drin als die 21:24 (11:12)-Niederlage. Die Gäste erhielten elf Siebenmeter, dennoch war bis um Ende mindestens ein Remis möglich. „50 Minuten waren wir gleichauf, dann ging uns die Puste aus. Gegen die starke Herrenberger Abwehr haben wir uns am Ende sehr schwer getan“, sagte MJC-Interimstrainer Ralf Martin. Beste Miezen waren Torfrau Yuko Minami, die 14 Würfe abwehrte, und die siebenfache Torschützin Joline Müller.

Trotz der Niederlage bleiben die Miezen zwei Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz, den Hannover derzeit einnimmt. „Wir haben es weiter selbst in der Hand. Mit der gleichen Eistellung wie heute können wir die Auswärtsspiele gegen die Mitkonkurrenten Bremen und Zwickau gewinnen“, sagte Ralf Martin.

Möglicherweise sind die Miezen unabhängig von allen weiteren Resultaten aber schon gerettet: Denn die TG Nürtingen, die sportlich den Klassenerhalt so gut wie sicher hat, gab überraschend bekannt, möglicherweise keine Lizenz zu beantragen und freiwillig in die 3. Liga zu gehen. Grund sei, dass die Finanzierung der kommenden Saison nicht gesichert sei. Eine Entscheidung soll kommende Woche fallen.

Würde Nürtingen die Reißleine ziehen, würde es aus der 2. Liga nur einen sportlichen Absteiger geben – und HCD Gröbenzell steht als Tabellenletzter bereits fest. Die drei übrigen Absteiger kämen dann vom „grünen Tisch“: SVG Celle hatte seine Mannschaft schon vor der Saison abgemeldet, Ex-Bundesligist HC Leipzig musste in die 3. Liga zwangsabsteigen.

Die Miezen waren gegen Herrenberg ganz schwach gestartet, lagen schnell 2:5 (7. Minute) und 3:7 (12.) zurück. Einzig Torfrau Yuko Minami hielt ihr Team überhaupt im Spiel, die Japanerin wehrte die ersten drei Siebenmeter von Herrenberg ab, sonst wäre eine Vorentscheidung schon vor der Pause gefallen gewesen. Im Angriff warfen die Triererinnen Herrenbergs Torfrau Monika Lide förmlich warm, in der Abwehr waren sie viel zu weit von ihren Gegenspielerinnen entfernt.

Aber eine Auszeit von Interimstrainer Ralf Martin wirkte dann Wunder. Die Miezen deckten viel aggressiver, machten die Räume dicht, und im Angriff lief es zumindest bei Einzelaktionen besser. Spielfluss und Tempo waren in der MJC-Offensive weiter nicht zu sehen. Aber dank der Treffer von Joline Müller und Linsey Houben kämpften sich die Gastgeber Tor um Tor heran, beim 10:10 (26.) war der Ausgleich wieder geschafft, mit einem 11:12 aus Trierer Sicht ging es in die Kabinen.

Gleich nach der Pause schaffte die MJC sogar die komplette Wende, lag beim 13:12 erstmals vorne und beim 15:13 sogar mit zwei Treffern Differenz. Aber just, als es aussah, dass sie die Kontrolle übernehmen könnten, verfielen die Miezen wieder in alte Muster: Im Angriff gab es keine Ideengeberin und keine Spielzüge gegen die engagierte Herrenberger Deckung und in der Abwehr wurde Minami viel zu oft von ihren Mitspielerinnen allein gelassen.

So drehten die Gäste erneut die Partie, sieben Minuten vor dem Ende war der Vorsprung wieder auf drei Tore angewachsen (22:19). In der Schlussphase fehlten der MJC die Kräfte und Mittel, um das Blatt nochmals zu wenden. Im dritten Saisonspiel gegen Herrenberg setzte es nach Erfolgen in Liga und Pokal die erste Niederlage – eine unnötige.

DJK/MJC Trier: Minami, Eckelt – Petrovska (0), Sattler (0), Houben (5), Czanik (1), Tolic (0), Smits (0), Müller (7/2), Szabo (6/1), Zrnec (0), Constantinescu (0), Welter (3) – Beste Werferin Herrenberg: Foth (8/4)

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