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Handball
Trierer Zweitliga-Handballerinnen kassieren 26:31-Niederlage gegen Tabellenvorletzten Zwickau

Miezen-Spielerin Tine Welter von der DJK/MJC Trier während der Partie gegen Waiblingen
Miezen-Spielerin Tine Welter von der DJK/MJC Trier während der Partie gegen Waiblingen FOTO: Jürgen Brech
Trier. Die Trierer Miezen haben am Samstagnachmittag ihr Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten BSV Sachsen Zwickau überraschend mit 26:31 (11:16) verloren. Vor rund 400 Zuschauern zeigten die Trierer Zweitliga-Handballerinnen vor allem in der ersten Hälfte eine in Angriff und Abwehr schwache Leistung. Die Aufholjagd in der zweiten Hälfte wurde letztlich nicht belohnt.
Stefan Strohm

Schade, Miezen! Die spannende Aufholjagd gegen den BSV Sachsen Zwickau kam zu spät und war am Ende nicht von Erfolg gekrönt. Zwar kämpften die Triererinnen in der zweiten Hälfte beherzt und ließen sich auch durch einen Zehn-Tore-Rückstand beim 14:24 in der 39. Minute nicht entmutigen, doch die Hypothek aus der ersten Halbzeit erwies sich am Ende als zu groß. Fünf Minuten vor dem Ende schnupperten die Miezen zwar am Ausgleich, als die erfolgreichste Trierer Werferin Gabriella Szabo auf 25:27 verkürzte, doch es reichte nicht ganz. Sattler und Szabo vergaben ihre Chancen, so dass am Ende etwas überraschend die Gäste ihren ersten Auswärtssieg bejubeln durften.

Miezen-Trainer Andy Palm war nach der Partie etwas ratlos: „In der ersten Halbzeit waren wir so gut wie gar nicht auf der Platte. Hätten wir von Anfang an so gespielt wie gegen Ende der zweiten Hälfte – aber das haben wir nicht geschafft. Wir müssen das am Montag mit der Mannschaft besprechen, sonst gibt es am Samstag gegen Rosengarten eine Packung.“ Beim zweiten Heimspiel innerhalb von einer Woche treffen die Miezen dann in der Arena auf den bislang souveränen Spitzenreiter.

In der ersten Hälfte erwischten die Miezen gegen Zwickau einen klassischen Fehlstart. Schon nach zwei Minuten lag das konfus beginnende Team mit 0:3 in Rückstand. Durch zwei Szabo-Treffer und einem Tor von Houben verkürzten die Gastgeberinnen vor rund 400 Zuschauern in der Arena auf 3:4 (6.). Doch wer dachte, dass die Miezen nun ihren Rhythmus gefunden hätten, sah sich getäuscht: Nicht wie geplant die Triererinnen zeigten Tempo-Handball, sondern immer wieder gelangen den Gästen nach technischen Fehlern oder Fehlversuchen der Miezen Treffer. Nach vier Fehlwürfen von Houben zog Zwickau auf 7:3 (12.) und später auf 12:6 (18.) davon. Die Miezen fanden kein Rezept gegen die Defensive der Gäste und scheiterten mit ihren zu schwachen Würfen immer wieder an der Zwickauer Torhüterin Ela Szott.

Ihre höchsten Führungen besaßen die Sächsinnen beim 14:7 (25.) und 16:9 (30.). Mit der Halbzeitsirene kam noch einmal neuer Mut bei den Miezen auf, denn vom Mittelkreis aus traf Zrnec zum für die Miezen sogar noch schmeichelhaften 11:16-Halbzeitstand.

In der zweiten Hälfte wechselte MJC-Coach Palm im Tor: Yuka Minami kam für Melanie Eckelt und sorgte mit ihren Paraden dafür, dass sich das Spiel in der Endphase doch noch zu einem Krimi entwickelte. Danach sah es zunächst nicht aus, denn angeführt von den starken Nadja Bolze, Katarina Pavlovic und Petra Nagy ging Zwickau sogar mit zehn Toren in Führung (22:12, 37.). Andrea Czanik, die alle ihre fünf Tore in der zweiten Halbzeit erzielte, und Gabriella Szabo hielten die Miezen aber im Spiel. Mit vier Treffern in Folge verkürzten sie auf 18:24 (43.).

Die Schlussphase wurde hektisch, als auf einmal die Zwickauerinnen nervös wurden und die Miezen Tor um Tor verkürzten. Von der 51. bis zur 58. Minute blieben die Gäste torlos, und die Miezen kamen durch Czanik und zweimal Szabo bis auf zwei Tore heran (25:27, 55.). Doch als die Miezen ihre Chancen vergaben, waren Nagy und Bolze zur Stelle und entschieden die Partie zu Gunsten Zwickaus. Gäste-Trainerin Corina Cupcea freute sich über die ersten Auswärtspunkte der Saison: „Wir wollten von Anfang an Gas geben und uns einen Vorsprung erarbeiten. Dieser Plan ist aufgegangen, ich bin zufrieden. In unserer Situation sind zwei Punkte das Wichtigste – ich hoffe, dass wir noch aus dem Tabellenkeller herauskommen.“

Für die Miezen gilt es nun, nach der zweiten Niederlage in Folge ihre Wunden zu lecken und sich auf das Spiel gegen den Spitzenreiter Rosengarten einzustellen. Trainer Andy Palm wird seine Mannschaft aufrichten müssen, denn nur mit einer deutlichen Leistungssteigerung werden die Miezen in der Lage sein, dem Tabellenführer am kommenden Samstag auf Augenhöhe zu begegnen.

Statistik:

DJK/MJC Trier: Eckelt, Minami – Sattler (0), Zrnec (3), Tolic (1), Szabo (10/davon drei Siebenmeter), Petrovska (0), Czanik (5), Smits (2), Simon-Varga (0), Müller, Houben (3), Welter (2)

Beste Werferinnen Zwickau: Bolze (10/4), Pavlovic (9/1)