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Handball
Trotz Klatsche ist nicht alles negativ

MAINZ/TRIER. Handball: Miezen verlieren zum Saisonstart 21:35 in Mainz, Neuzugang Dovile Ilciukaite überzeugt mit acht Toren. Von Björn Pazen

Während es bei den Gastgebern „Mainz, wie es singt und lacht“, hieß, war bei den Miezen Katerstimmung angesagt: Mit 21:35 (11:18) verloren die Handballerinnen der DJK/MJC Trier das Landesderby beim FSV Mainz 05, sind nach dem ersten Spieltag gleich Letzter der 2. Frauen-Bundesliga. Neu-Trainerin Elena Vereschako sah dennoch etwas Positives: „In den ersten 20 Minuten haben wir toll mitgehalten und unser Potenzial abgerufen. Darauf wollen wir aufbauen, das müssen wir auf 60 Minuten ausbauen.“

Die Miezen waren bis zum 10:11 in der 21. Minute auf Augenhöhe. Dann folgten allerdings neun schwarze Minuten, die die Mainzerinnen nutzten, um sich bis zur Pause auf 18:11 abzusetzen. „So etwas darf nicht passieren, wir haben vorne die Bälle verloren und sind dann nicht mehr zurückgelaufen. Man wird immer Fehler machen, aber man muss auch immer versuchen, sie wieder auszubügeln“, sagt Vereschako. Auch deren zwischenzeitliche Auszeit beim 10:13 stoppte den Abwärtstrend gegen die junge, schnelle Mainzer Mannschaft nicht.

Nach der Pause wurde es nicht besser für die Miezen gegen die favorisierten Mainzerinnen. Nach 38 Minuten war der Rückstand der Miezen beim 13:23 erstmals zweistellig – halbzeitübergreifend waren Trier in 17 Minuten nur zwei Tore gelungen. Nicht nur in dieser Phase merkte man der MJC deutlich den kleinen Kader an – Mainz hatte vier Auswechselspielerinnen mehr zur Verfügung als die Miezen. Und zwei MJC-Leistungsträgerinnen hatten definitiv nicht ihren besten Tag: Vesna Tolic und Gabriella Szabo.

Dafür trumpfte aber ein Neuzugang auf: Dovile Ilciukaite. Die Litauerin war mit acht Treffern die beste Werferin der chancenlosen MJC. „Sie hat richtig tolle Akzente gesetzt und gezeigt, dass sie uns helfen kann, aber auch Dovile hatte noch einige Schwächephasen. Da muss aber auch der Rest des Teams ihr helfen, um wieder rauszukommen. Das Mannschaftsgefühl, das Mainz hat, müssen wir auch entwickeln“, lobt die MJC-Trainerin den Gegner, der insgeheim auf den Bundesliga-Aufstieg hofft: „Wir wissen, dass wir in vielen Bereichen noch im Lernprozess sind.“

Und noch etwas wünscht sich Vereschako: „Die Mainzer wurden 60 Minuten lang von den FSV-Fußball-Ultras unterstützt, du hast wegen der permanenten Gesängen dein eigenes Wort nicht mehr in der Halle verstanden. So eine Stimmung hätte ich auch gerne bei unseren Heimspielen. Vielleicht müssen wir mal die Eintracht-Fanclubs einladen.“

Weil das Heimspiel gegen Rosengarten auf den 29. Dezember verlegt wurde, haben die Miezen am nächsten Wochenende spielfrei. „Das ist vielleicht gar nicht so schlecht, da können wir Kräfte aufbauen für die nächsten Aufgaben“, sagt Vereschako. Ihr Team steht am 22. September wieder in Zwickau auf dem Feld.

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt - Petrovska (1), Sattler (0), Ilciukaite (8/2), Houben (5), Czanik (4), Tolic (0), Szabo (2), Zrnec (1) - Beste Werferin Mainz: Denise Großheim (6)