Trotz zwei Roten Karten: Handball-Miezen kämpfen bis zum Schluss

Unglückliche Niederlage : Trotz zwei Roten Karten: Handball-Miezen kämpfen bis zum Schluss

Auch wenn die Trierer Handball-Miezen nach ihrem Insolvenzantrag als Zwangsabsteiger aus der 2. Frauen-Bundesliga feststehen, sie geben sich nicht auf. Beim 29:30 (13:14) am Samstagabend bei der TG Nürtingen war die MJC bis zum Schluss auf Augenhöhe, ist aber wieder Tabellenletzter.

Vielleicht hat die TG Nürtingen die Nehmerqualitäten der insolventen Miezen unterschätzt, vielleicht nahmen die Schwaben das Heimspiel nicht ernst genug - am Ende war die Heimmannschaft der glückliche Sieger gegen ein Trierer Team, das bis zum Schluss Moral bewies und sich mehrfach aus scheinbar ausweglosen Situationen befreite. Und dies obwohl man insgesamt zwölf Zeitstrafen und zwei Rote Karten nach je drei Mal zwei Minuten gegen Vesna Tolic und Maja Zrnec erhielt.

Gleich zu Beginn der 60-minütigen Achterbahnfahrt lag Trier 1:5 hinten, nach 17 Minuten war beim 8:8 aber der Ausgleich wieder hergestellt. Auch wenn die MJC bis zum Pausenpfiff nicht in Führung gehen konnte, war man auf Augenhöhe, was sich auch im knappen 15:14-Halbzeitvorsprung der Gastgeberinnen ausdrückt.

Nach Wiederbeginn hatte Nürtingen wieder den klar besseren Start, zog innerhalb von sieben Minuten auf 19:15 davon. Aber da war der MJC-Kampfgeist erneut geweckt. Dank der in dieser Phasen starken Dora Simon-Varga und Maja Zrnec kippten die Miezen die Partie, lagen beim 22:21 (47.) sogar erstmals in Front. In den kommenden acht Minuten kassierte Trier dann aber vier Zeitstrafen, und die nutzte Nürtingen vor allem dank Top-Torschützin Verena Breidert (zehn Tore, davon acht per Siebenmeter) sowie Julia Bauer eiskalt aus, um die scheinbare Vorentscheidung beim 29:24 (55.) herbeizuführen.

Doch die Miezen gaben sich immer noch nicht geschlagen: Simon-Varga (2), Szabo und Ilciukaite verkürzten auf 28:29, alles war wieder offen, ehe Breidert mit ihrem letzten Siebenmetertor zum 30:28 80 Sekunden vor dem Ende die Partie endgültig entschied. Mehr als das 29:30 – der achte Treffer von Dora Simon-Varga – sprang für die unglücklichen Miezen nicht mehr heraus.

Weil zuvor Gedern/Nidda zuvor 28:25 beim HC Rödertal gewonnen hatte, sind die Miezen nun mit einem Punkt Rückstand auf den Aufsteiger wieder Tabellenletzter. Das nächste Heimspiel bestreitet die MJC am kommenden Samstag (4. Mai) um 18 Uhr gegen den TuS Lintfort.

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt - Petrovska, Sattler (1), Ilciukaite (5/1), Houben (6/2), Czanik (1), Tolic, Szabo (4), Zrnec (4), Simon-Varga (8) - Rote Karten nach je drei Zeitstrafen: Tolic (35.) und Zrnec (52.) - Beste Werferin Nürtingen: Breidert (10/8)

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