„Unabsteigbar!“ – Miezen schaffen Klassenerhalt

„Unabsteigbar!“ – Miezen schaffen Klassenerhalt

Durch einen 23:21-Sieg über den FHC Frankfurt/Oder haben die Trierer Miezen im letzten Saisonspiel den Klassenerhalt in der Frauen-Handball-Bundesliga perfekt gemacht. Über 2000 Fans feierten am Samstagabend in der Arena mit der MJC.

"Gigantisch, unglaublich, ich bin fassungslos." Miezen-Kreisläuferin Tessa Cocx schrie ihre Freude heraus, Kapitänin Willemijn Karsten bespritzte das ganze Team mit Sekt. Es war vollbracht. Exakt um 18.02 Uhr am Samstag brachen in der Arena alle Dämme. Über 2000 Zuschauer schrien sich genau wie die Spielerinnen die Seele aus dem Leib, als der Abpfiff ertönte. 23:21 stand nach dem Spiel gegen Frankfurt/Oder auf der Anzeigentafel - mit dem fünften Saisonsieg haben die Miezen am letzten Spieltag erstmals seit Oktober einen Abstiegsplatz verlassen und bleiben sportlich erstklassig. "Wir haben den Grundstein gelegt, ich hoffe, dass es jetzt auch finanziell und mit der Lizenz klappt. Mein Dank gilt den Zuschauern, die einen Riesenanteil an diesem Sieg haben", sagte MJC-Trainer Thomas Happe nach einem nerven-zerreißenden Spiele um alles oder nichts.

Dabei hatte es lange Zeit nicht nach einem Trierer Erfolg ausgesehen: In der Mitte der ersten Hälfte hatten die Miezen eine Schwächephase im Angriff, scheiterten immer wieder an FHC-Torfrau Melanie Herrmann, die alleine in den ersten 30 Minuten 13 Würfe parierte (insgesamt 24). So lagen die Brandenburgerinnen, die auf Liga-Torschützin Franziska Mietzner verzichten mussten, phasenweise mit vier Toren Differenz vorne (5:9/20.). Doch angefeuert von den über 2000 Zuschauern fingen sich die Miezen wieder, glichen unter tosendem Jubel beim 10:10 aus. Kurz vor dem Pausenpfiff bot sich erneut die Chance auszugleichen, doch statt des 13:13 gab es mit der Halbzeitsirene noch das 12:14 durch einen Siebenmetertreffer von Mandy Hering - nach 30 Minuten war Trier abgestiegen, da nützte auch die parallele und deutliche 23:10-Halbzeitführung von Buxtehude in der Partie gegen den Drittletzten Rosengarten der MJC nichts.

Nach der Pause der nächste Schock für die MJC, als sich Spielmacherin Katrin Schneider eine Fußverletzung zuzog und ausfiel. Im Angriff lief in dieser Phase wenig zusammen, Frankfurt erhöhte zwischenzeitlich wieder auf drei Tore Unterschied, Trier wirkte ideenlos.

Aber als die Fans sich von ihren Sitzen erhoben und mit "Miezen, Miezen"-Sprechchören die Mannschaft nach vorne peitschten, ging ein Ruck durch die Mannschaft. Sechs Minuten vor dem Ende, als Trier beim 20:20 erstmals wieder ausglich, glich die Halle einem Tollhaus. Doch selbst als Cocx zum 22:21 für die MJC traf, konnte sich noch niemand sicher sein. 70 Sekunden vor dem Ende dann das erlösende 23:21 durch Willemijn Karsten, die wie Jelena Popovic sechs Mal traf. Der Rest war nur noch Party. Vergessen die finanziellen Probleme und die monatelange Abstiegsangst. "Jetzt wird richtig gefeiert", schrie es Torfrau Anna Monz hinaus, die in der zweiten Hälfte wichtige Bälle abgewehrt hatte. Und nur wenige Sekunden nach dem Abpfiff hatte Co-Trainer Stefan Premm die Kiste mit den T-Shirts aufs Feld gebracht, auf denen das Motto des Abends und der Saison prangte: "Unabsteigbar!"

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