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Trier
Und wieder eine weniger: Miezen haben vor Bremen-Heimspiel weiteren Ausfall zu beklagen

Ist bis zum Saisonende raus: Miezen-Spielerin Dora Simon-Varga.
Ist bis zum Saisonende raus: Miezen-Spielerin Dora Simon-Varga. FOTO: Hans Krämer
Trier. Handball: Miezen haben einen weiteren bitteren Ausfall zu verkraften. Auch daher wäre ein Heimsieg gegen Bremen am Samstagabend (19.30 Uhr) immens wichtig.

Es gibt Zeiten, da läuft einfach alles wie geschmiert – selbst, wenn man gar nicht daran beteiligt ist. Davon können die Trierer Miezen derzeit ein kleines Lied singen. Vier Spiele ohne Niederlage, 7:1 Punkte – und dann auch noch ohne eigenes Zutun in der Tabelle weiter nach oben geklettert: Weil Waiblingen in drei Partien eine Spielerin einsetzte, die nicht für die 2. Liga spielberechtigt war, wurden den Schwaben vier Punkte abgezogen.

Dadurch überholten die Miezen Waiblingen und sind vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen am Samstag (19.30 Uhr, Arena) auf dem achten Platz. Kuriosum am Rande: Das einzige Spiel, das Waiblingen in besagter Zeit verlor, war gegen die Miezen (28:30), weswegen der MJC zwei Tore in der Tabelle abgezogen werden. Zu verschmerzen wird sich Trainer Andy Palm denken.

Schlagen die Miezen nun auch die Handballerinnen der Fußball-Bundesligisten von der Weser, die zwei Punkte vor der MJC liegen, würde man auch den kommenden Gegner überflügeln – und stünde unter den besten sechs der Liga.

„Wir haben in den vergangenen Wochen gesehen, wie viel Bewegung in der Tabelle ist – wir haben durch unsere Erfolge davon profitiert. Aber die Situation kann sich auch ganz schnell wieder drehen, speziell, da nach dem Bremen-Spiel in Halle-Neustadt, Zwickau und Tabellenführer Rosengarten sehr unangenehme Gegner warten.“

Daher wäre ein Sieg gegen Werder Gold wert: „Dann können wir halbwegs sorgenfrei nach unten schauen“, sagt Palm. Nach unten? Als Tabellensechster? Der Belgier, der Silvester in der Eifel feierte, bleibt seiner vorsichtigen Linie treu, will erst einmal den großen Haken hinter das Thema Klassenerhalt machen, bevor er von höheren Weihen spricht. Und diese Haltung liegt auch in einer weiteren schweren Verletzung begründet: die ungarische Spielmacherin und Linksaußen Dora Simon-Varga fällt für den Rest der Saison aus.

Die 27-Jährige laboriert schon seit längerem an hartnäckigen Schulterproblemen – nun geht nichts mehr, im Februar muss die Schulter operiert werden. „Wir müssen die Verantwortung in der Mannschaft nun anders verteilen“, sagt Palm, in dessen Team seit Saisonbeginn auch Ramona Constantinescu (ebenfalls Schulter-Operation) und Joline Müller (Kreuzbandriss) fehlen. Neue Nummer eins auf der linken Außenbahn ist MJC-Eigengewächs Hannah Sattler.

Taktisch gesehen setzt Palm nun noch mehr auf das Zusammenspiel der verbliebenen Rückraumspielerinnen mit den Kreisläuferinnen Angela Petrovska und Andrea Czanik. „Gerade dort entwickeln wir uns richtig gut weiter, gleiches gilt für die Torquote unserer Außenspielerinnen. Aber jede weitere Schwächung des Kaders beraubt uns natürlich einiger Optionen.“

In den bisherigen vier Zweitliga-Partien gegen Bremen gab es zwei MJC-Siege, ein Remis und eine Niederlage. Ein besonderes Augenmerk wird die Miezen-Abwehr auf Rückraumspielerin Merle Heddergott (bislang 77 Treffer) legen.

Kader DJK/MJC Trier

 Eckelt, Minami – Sattler, Zrnec, Tolic, Szabo, Petrovska, Czanik, Smits, Houben, Welter