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Unten auf dem Boden der Tatsachen

Unten auf dem Boden der Tatsachen

Eine Woche nach dem Sieg in Koblenz folgte die Ernüchterung für die Trierer Handball-Miezen: Statt des erhofften Heimsiegs gab es eine 24:32-Niederlage gegen Aufsteiger Celle, Trier geht als Letzter in die EM-Pause.

Trier. War es das schon im Abstiegskampf? Diese Frage haben sich viele der rund 1000 Besucher des Miezenspiels gegen Aufsteiger SVG Celle gestellt. 24:32 hieß es am Ende aus Sicht der Triererinnen. Der großen Aufbruchstimmung nach dem ersten Saisonsieg in Koblenz folgte der Fall auf den tiefen Boden der Tatsachen. "Wir haben völlig verdient verloren", meinte Co-Trainerin Jana Arnosova. Ihre Mannschaft wartet nun seit 17. Mai (27:25 gegen Göppingen) saisonübergreifend auf einen Heimsieg in der Arena und ist weiterhin Schlusslicht der Frauen-Handball-Bundesliga.
Zwei Minuten gleich nach der Pause hatten im letzten Saisonspiel dieses Jahres gereicht, um die Miezen auf die Verliererstraße zu bringen. Eine Zeitstrafe für Andrea Czanik bringt die MJC-Bank so in Rage, dass es eine weitere Zeitstrafe wegen Meckerns gibt - und so zieht Celle von 14:12 auf 17:12 davon und schaukelt den Vorsprung gegen am Ende saftlose Miezen über die Zeit.
"Eine unmögliche Entscheidung der Schiedsrichter", echauffierte sich Spielertrainerin Cristina Cabeza. "Immer wieder wird nur gegen uns gepfiffen", blies Vorstand Jürgen Brech ins gleiche Horn. Allerdings hatte deren Mannschaft danach noch 37 Minuten Zeit, die Scharte auszuwetzen. Die Schiedsrichter waren insgesamt schlecht, aber die Miezen waren noch viel schlechter - vor allem, was die Chancenverwertung betrifft.

"Immer dann, wenn wir dran waren, die Partie zu kippen, haben wir unsere Möglichkeiten leichtfertig vergeben", sagte Arnosova. Zudem kam wieder einmal viel zu wenig von den Außenpositionen, die Miezen-Torhüterinnen hatten nach ihrer Sternstunde in Koblenz einen rabenschwarzen Tag - einzig auf Katrin Schneider war Verlass. Die erste sechs Trierer Tore markierte sie im Alleingang, am Ende hatten sie 15 Treffer zu Buche stehen. "Ich glaube, das habe ich das letzte Mal in der E-Jugend geschafft", sagte die Rückraumspielerin.
Aber eine Schneider allein reicht nicht im Abstiegskampf. Zu ausrechenbar ist Trier, zu wenig kommt von den Mitspielerinnen. "Wir haben zwei Gesichter gezeigt gegen Koblenz und gegen Celle und vielen jungen Spielerinnen fehlt die Konstanz", sagte Schneider. Auch das Daumendrücken von Ministerpräsidentin Malu Dreyer half nicht gegen eine viel aggressivere und effektivere Mannschaft aus Celle, in der Ex-MJC-Torfrau Turid Arndt mit 14 Paraden Turm in der Schlacht war. Zwei mickrige Punkte nach neun Spielen stehen auf dem Konto der Miezen, Untergangsstimmung kommt in der Mannschaft dennoch nicht auf: "Aufstehen und weiterkämpfen", lautet das Motto, das Franziska Garcia vorgab. Da die Konkurrenz aber größtenteils schon ein unerwartet fettes Punktepolster hat, scheint der Klassenerhalt in weiter Ferne, vor allem, weil dieser Saison zwei Mannschaften absteigen.
Eine Situationsanalyse des ersten Saisondrittels der Trierer Miezen lesen Sie in der morgigen TV-Ausgabe.

DJK/MJC Trier: Flöck, Kockler, Vogt - Sattler (2), Backhed (0), Mohr (n.e.), Schneider (15/7), Houben (0), Czanik (2), Vallet (n.e.), Kordel (n.e.), Derbach (0), Struijs (0), Solic (n.e.), Garcia-Almendaris (2), Cabeza (2) - Beste Torschützinnen SVG Celle: Duevel (4), Verschuren (9/1),, Schiedsrichter: Hörath/Hoffmann, Zuschauer: 1000