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(Update) Handball: Klassenerhalt perfekt: Die „unabsteigbaren“ Miezen gewinnen, Kirchhof verliert

(Update) Handball: Klassenerhalt perfekt: Die „unabsteigbaren“ Miezen gewinnen, Kirchhof verliert

Erst selbst gewonnen, dann über die Niederlage der Konkurrenz gejubelt: Die Trierer Handball-Miezen haben am Samstag den Klassenerhalt in der 2. Frauen-Bundesliga perfekt gemacht. Am Samstagmittag gewannen sie zunächst mit 31:29 (18:12) gegen Union Halle-Neustadt und bauten ihre Serie auf 12:2 Punkte in Folge aus. Und zwei Stunden später knallten dann die Sektkorken: Durch die hauchdünne 23:24-Niederlage der SG Kirchhof gegen Bensheim, die erst mit dem letzten Wurf entschieden war, steht die SG vorzeitig als Absteiger fest.

Die Miezen durften feiern - nicht nur den 22. Geburtstag von Linsey Houben, sondern auch die weitere Zugehörigkeit zur 2. Liga. Drei Spieltage vor Schluss haben sie sechs Punkte Vorsprung auf Kirchhof, aber auch eine um 114 Treffer bessere Tordifferenz, die Kirchhof nicht mehr aufholen kann.

"Jetzt wird erst einmal gefeiert, da der Druck nun von uns abgefallen ist", sagte Kreisläuferin Caroline Thomas, die aber für den Rest der Saison die Parole ausgab: "Jetzt wollen wir auch alle weiteren Spiele gewinnen."
Geburtstagskind Houben, mit neun Treffern beste Trierer Torschützin gegen Halle, hatte nie am Klassenerhalt gezweifelt: "Wir sind als Mannschaft gewachsen, wir haben zusammen gekämpft. Und selbst als wir lange Zeit Letzter waren, haben wir die Hoffnung nie aufgegeben. Und jetzt gehen wir erstmal feiern - meinen Geburtstag und den Klassenerhalt."

Vorstand Jürgen Brech sind am Samstagabend nach eigener Aussage "Tonnen von Steinen vom Herzen gefallen", als der Klassenerhalt perfekt war: "Viele hatten uns schon abgeschrieben, aber die Spielerinnen und alle um die Mannschaft herum, haben sich nie aufgegeben. Ich habe einen Riesenrespekt vor der Mannschaft."
Die 560 Fans in der Arena hatten zwei Stunden zuvor den am Ende herbei gezitterten Erfolg in der Arena gefeiert, die Spielerinnen hatten auf dem Feld getanzt, denn in der Schlussphase hatten sie es nach einem zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Vorsprung noch einmal spannend gemacht.

"Wir haben 50 Minuten gegen einen starken Gegner richtig toll gespielt. Ich bin absolut stolz auf diese Mannschaft. Das war das Ergebnis der harten Arbeit der vergangenen Wochen", sagte MJC-Trainer Cristina Cabeza. Und Halles Coach Jörgen Cluver gab unumwunden zu: "Trier hatte den Sieg absolut verdient, weil sie so clever gespielt haben."
Von Beginn an war es das "magische Viereck" der vergangenen Wochen, das für die kontinuierliche Führung sorgte: Im Tor hatte Jessica Kockler schon beim Pausenpfiff zehn Bälle abgewehrt, am Ende waren es 14. Und im Angriff wirbelte das Rückraum-Trio Lucie Weibelova, Zivile Jurgutyte und Linsey Houben an ihrem 22. Geburtstag die Abwehr der Gäste mächtig durcheinander. Mit neun Treffern war das Geburtstagskind erfolgreiche Werferin der MJC.

Nach einem ausgeglichenen Start steigerte sich die MJC, angetrieben von der überragenden Litauerin Jurgutyte, die in "magischen fünf Minuten" vier herrliche Treffer markierte und dafür sorgte, dass die MJC sich beim 12:8 (21.) erstmals auf vier Treffer Differenz abgesetzt hatte. Dazu war Houben eiskalt vom Siebenmeterpunkt, und alle zusammen setzten mehr spielerische Glanzlichter, als die Miezen in der gesamten Hinrunde gezeigt hatten.
Der Tabellensechste Halle spielte nicht schlecht, obwohl es für Union um nichts mehr geht - aber die Miezen hatten auch diesen Gegner im Griff. Als dann auch Rechtsaußen Judith Derbach ihr Zielfernrohr justiert hatte und ihre ersten beiden Treffer erzielte, war der Knoten endgültig geplatzt. Bis zum Pausenpfiff baute die MJC den Vorsprung auf sechs Treffer (18:12) - und selbst Ministerpräsidentin Malu Dreyer klatschte begeistert mit: "Die MJC spielt mit unglaublich viel Selbstvertrauen und hat sich den Klassenerhalt dank der tollen Leistungen in den vergangenen Wochen absolut verdient", lautete ihr Kommentar.

Aber nach dem Seitenwechsel erlahmte der Angriffswirbel der Triererinnen. Halle wurde stärker, verkürzte - aber nach 43 Minuten schien alles wieder nach den Wünschen der MJC zu laufen, als Caroline Thomas mit dem 24:17 die erste Sieben-Tore-Führung herstellte. Aber die Gäste gaben sich nicht auf, während Trier zu viele Fehler im Angriff produzierte. Elf Minuten vor dem Ende waren von sieben nur noch vier Tore Vorsprung beim 26:22 - die Miezen wackelten ganz gewaltig, fingen sich aber wieder, auch dank der tollen Unterstützung der 560 Fans in der Arena.
Nicht einmal, als Derbach mit ihrem fünften Treffer für das 30:25 gesorgt hatte, kehrte Sicherheit ein, zudem mussten die Miezen die letzten beiden Minuten in Unterzahl - und lagen nur noch 30:28 vorne. Schließlich erlöste Thomas ihr Team mit dem 31:28 - der Rest war purer Jubel.

Und dann hieß es Daumendrücken für Bensheim - doch trotz eines zwischenzeitlich deutlichen Rückstands kam Kirchhof wieder heran, gleich eine Minute vor dem Abpfiff aus, ehe die Hessen doch noch die Niederlage und den Abstieg in die 3. Liga verkraften mussten.

DJK/MJC Trier: Kockler, Eckelt - Jurgutyte (7), Thomas (4), Mohr, Houben (9/6), Czanik (1), Vallet, Derbach (5), Müller, Weibelova (5), Knoroz, Welter, Cabeza

Beste Torschützin Halle: Mikkelsen (11/4)