Von der Ballettstange in die Prügel-Zone

Trier · Kampf ist Trumpf für die neue Miezen-Kreisläuferin Tessa Cocx - auch wenn die Niederländerin ihre sportliche Karriere mit Ballett begann. Für das erste Saisonspiel am Sonntag gegen Leverkusen setzt die 27-Jährige auf Sieg.

 Heiß auf das morgige Spiel gegen Bayer: Die neue Mieze Tessa Cocx (hier im Testspiel gegen Leverkusen in Wittlich). TV-Foto: Funkbild

Heiß auf das morgige Spiel gegen Bayer: Die neue Mieze Tessa Cocx (hier im Testspiel gegen Leverkusen in Wittlich). TV-Foto: Funkbild

(BP) Wer als Mädchen zwei große Brüder hat, braucht Durchsetzungsvermögen. Vielleicht war es diese Konstellation, die dazu führte, dass Tessa Cocx Handball-Kreisläuferin wurde. Am Anfang ihrer sportlichen Karriere war die 27-jährige Niederländerin allerdings ganz anders eingestellt: Ballett und Turnen waren ihre Hobbys, ehe sie mit zwölf Jahren mit Handball begann. Zehn Jahre später war Cocx Nationalspielerin, 2003 wechselte sie für zwei Jahre zur HSG Blomberg in die Bundesliga. Es folgten weitere zwei Jahre in Dortmund. Nun ist das Kraftpaket bei den Trierer Miezen gelandet. "Ich kannte viele MJC-Spielerinnen, vor allem natürlich Willemijn Karsten, bin nach den Spielen auch schon mal in Trier geblieben", sagt die 50-fache Nationalspielerin, deren Freund ebenfalls Kreisläufer ist - beim Bundesligisten Ahlen/Hamm.

Als Dortmund abgestiegen war, hieß ihr klares Ziel, in der 1. Liga zu bleiben. Der Kontakt zur MJC war geknüpft. In der neuen Mannschaft wurde Cocx schnell aufgenommen, auch in der Freizeit unternehmen die Miezen viel miteinander. Neben dem Handball arbeitet die Diplom-Sportlehrerin in einem Integrationsprojekt der Handwerkskammer für ältere Arbeitslose. "Nur Handball wäre zu eintönig, besonders, wenn es mal nicht läuft", meint die Niederländerin, die sich auf ihre Heimpremiere am Sonntag (16 Uhr) gegen Leverkusen freut: "Wir gewinnen knapp, weil wir mehr kämpfen als Bayer. Ein Sieg zum Start wäre enorm wichtig für den weiteren Saisonverlauf", sagt Cocx optimistisch.

Kampf ist für Cocx Trumpf - und das muss bei Kreisläuferinnen auch so sein: "Ich fühle mich in der Prügel-Zone am Kreis wohl, ich kann austeilen, aber auch einstecken", meint die Niederländerin, die betont: "Es wird kein einfaches Jahr, aber wir haben eine tolle Stimmung im Team, mit der wir hoffentlich für einige Überraschungen sorgen können."

Große Stücke hält sie vom Training unter Thomas Happe: "Er vermittelt uns Spaß, daneben ist das Training sehr abwechslungsreich. Er lebt einfach Handball." In Dortmund - ihrem Ex-Club und dem von Happe - hatten beide noch nicht zusammengearbeitet. Mit ihrer Erfahrung soll Cocx die jungen Spielerinnen führen: "Das macht mir Spaß, ich denke, ich kann das gut vermitteln." Und für Sonntag hat sie neben dem Sieg nur einen Wunsch: "Hoffentlich ist die Halle voll und die Fans fiebern richtig mit uns mit."

Extra

Das erste Spiel: Wenn die Miezen am Sonntag (16 Uhr, Arena) auf Bayer Leverkusen treffen, stehen in Steffie Egger, Anne Jochin und Laura Steinbach gleich drei Ex-Triererinnen im Kader des Gegners. Bayer verlor in Anne Müller und Heike Ahlgrimm wichtige Spielerinnen, beim "Stelioplast-Cup" in Wittlich verloren die Miezen nur knapp gegen den Pokalsieger und Vizemeister. Auch daher gibt MJC-Trainer Thomas Happe die Parole aus: "Zum Auftakt wäre ein Sieg enorm wichtig - und hoffentlich unterstützen uns die Fans wieder so toll wie in der Vorsaison." Im Vorjahr starteten die Miezen auch mit einem überraschenden Heimerfolg gegen Blomberg in die Saison. Die Statistik spricht allerdings gegen die MJC: Ein Sieg, zehn Niederlagen, ein Remis lautet die Bilanz der vergangenen zwölf Spiele gegen Bayer. (BP) MJC Trier (Kader): Monz, Vogt - Arnosova, Derbach, Popovic, Schneider, Pütz, Karsten, Vallet, Lennartz, Cocx, Solic