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Vorbereiten und vollstrecken

Vorbereiten und vollstrecken

Am Wochenende werden die "Miezen"-Fans den Top-Neuzugang beim ersten Härtetest der Vorbereitung erleben. Doch Spielmacherin Anne Jochin dämpft vor dem "Stelioplast-Cup" die Erwartungshaltung.

Trier. Dort, wo am Sonntagabend noch die Eintracht-Kicker ihren Pokal-Coup feierten, schwitzten gestern Morgen die "Miezen". Tempoläufe im Moselstadion standen auf dem Programm. "Ganz schön anstrengend" findet Anne Jochin nicht nur die gestrige Einheit, sondern das gesamte Training bei der MJC. Erstmals in ihrer Handball-Karriere im Seniorenbereich absolviert die 24-Jährige ihre schweißtreibende Vorbereitung nicht in Frankfurt/Oder. Nach sieben Jahren beim FHC, mit dem sie 2004 Deutscher Meister wurde, wechselte die Sportstudentin an die Mosel - und wird hier als die wichtigste Hoffnungsträgerin im deutlich verjüngten Team betrachtet. "Endlich haben wir die Spielmacherin, die wir wollten", ist Trainerin Ildiko Barna auch ein bisschen stolz, dass die "Miezen" sich gegen die halbe Liga im Transferpoker durchgesetzt hatten. Die Wertschätzung für Jochin drückt sich auch in Barnas Beurteilung der vergangenen Saison aus: Sie kürte die Neu-"Mieze" in einer Umfrage des "Handball-Magazins" zur besten Spielerin der Liga. 148 Treffer erzielte Jochin letzte Saison für den FHC, hinzu kamen zahllose "Assists". Die Brandenburgerin sieht ihre Aufgabe bei der MJC daher aus zwei Blickwinkeln: "Ich bin Vorbereiterin und Vollstreckerin, aber ich freue mich fast mehr über einen Pass, der zu einem Tor führt, als wenn ich selber treffe. Für Tore sind bei uns andere zuständig."

Ihre Handschrift wurde schon in den ersten Tests deutlich, als Jochin ihre "Leitwolf-Qualitäten" zeigte. Dass es zuletzt zwei Niederlagen gab, ist für sie unwichtig: "Testspiele sind zum Testen da, wir wollen ja auch nicht Testspiel-Weltmeister werden, sondern in der Saison etwas reißen." Ihr Ziel mit den "Miezen" ist klar: das Erreichen der Play-offs. Zudem will sie sich mit guten Leistungen in Trier fürs Nationalteam empfehlen, aber: "Ich mache mir momentan noch überhaupt keine Gedanken über die WM im Dezember. Ich bin ja noch jung. Aber irgendwann will ich schon ins Nationalteam."

Erst einmal will sie sich mit Trier profilieren, glaubt sogar, dass "wir zum Überraschungsteam der Liga werden können". Jochin steht für die neue MJC-Spielweise: Mit viel Tempo nach vorne, viel über außen und den Kreis spielen, ein gutes Auge für die Nebenfrau.

Am Wochenende beim "Stelioplast-Cup" in Wittlich warten die ersten dicken Brocken auf Jochin und die "Miezen". In der Vorrunde trifft Trier am Samstag auf Blomberg (11.30 Uhr) und den norwegischen Meister Larvik (17.10 Uhr). Jochin: "Man darf noch nicht so viel von uns erwarten, aber wir werden die Fans sicher nicht enttäuschen - weder beim Turnier noch in der Saison."