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Vorfreude auf Flieten und ihre Stimme

Vorfreude auf Flieten und ihre Stimme

In der Champions League und der Bundesliga schwimmt Maike März mit dem Thüringer HC auf einer Erfolgswelle. Am Sonntag spielt die frühere Mieze wieder bei ihrem Ex-Club - und wird sich in der Arena selbst hören können.

Trier. Es ist schon fünf Jahre her, dass Maike März ihr letztes Spiel im Miezen-Trikot absolvierte - aber dennoch ist die Torfrau (30) weiterhin bei jedem Heimspiel der MJC präsent: Ihre schwäbische Stimme ertönt mehrfach pro Partie aus den Lautsprechern in der Arena. Sie hat die Werbung für einen Dachdeckerbetrieb eingesprochen, der die Miezen sponsert. "Da freue ich mich bei jedem Auswärtsspiel in Trier drauf. Jedes Mal erzähle ich meinen Mitspielerinnen: Hört her, das bin ich", sagt März, die mit dem Thüringer HC am Sonntag (16 Uhr) in der Arena gastiert."Was aus Trier kam, schlug ein"

Fünf Jahre hütete die Metzingerin das Miezen-Tor, wurde 2005 deutscher Vizemeister mit Trier, war die Nachfolgerin von Alexandra Gräfer. 2009, kletterte März die Karriereleiter nach oben, wechselte zum damaligen THC- und Ex-Miezen-Trainer Dago Leukefeld nach Bad Langensalza. Dreimal in Folge - 2011 bis 2013 - wurde sie dort deutsche Meisterin, 2012 und 2013 auch Pokalsiegerin. Sie spielt seither konstant in der Champions League und muss sich nicht hinter Nationaltorfrau Jana Krause verstecken, mit der sie sich die Rolle zwischen den Pfosten teilt.Der THC stürmt dem nächsten Triumph entgegen. Er reist als klarer Tabellenführer nach Trier (siehe Extra). In der Champions League schrieb der THC auch dank der März-Paraden Geschichte. Er schaffte als erste deutsche Mannschaft überhaupt Siege in der Hauptrunde und kann mit etwas Glück sogar darauf hoffen, als erste deutsche Frauenmannschaft das Halbfinale zu erreichen. "Träumen ist erlaubt", sagt März.Sie ist nicht die einzige ehemalige Mieze im THC-Kader: Anja Althaus, Lydia Jakubisova (beide derzeit allerdings verletzt) und Nadja Nadgornaja sind schon länger dabei. Im Winter kam mit Svenja Huber aus Koblenz eine weitere Ex-Triererin dazu. März meint nicht ohne Stolz: "Alles, was aus Trier kam, ist beim THC auch super eingeschlagen."Die Mosel-Fraktion in Thüringen verfolgt das Geschehen bei ihrem Ex-Club aufmerksam: "Es ist sehr schade, wie das immer weiter bergab ging. Aber ich denke, man versucht den Neuanfang mit jungen Spielerinnen einzuleiten. Stars, wie wir sie seinerzeit in unserer Mannschaft hatten, wird es auf lange Sicht aber nicht mehr geben."März, Althaus, Nadgornaja & Co. haben sich sehr gefreut, dass Trier durch die Hintertür in der Liga blieb: "In Trier gibt es die besten Flieten der Welt, da schwärmen wir schon immer auf der Hinfahrt von", schwört März auf die Trierer Hühnerflügel.Mit einem anderen Nahrungsmittel verdient März - neben dem Handball - ihr täglich Brot: Die studierte Lebensmitteltechnikerin ist Leiterin der Qualitätssicherung beim zweitgrößten deutschen Mühlenkonzern. Sie überwacht pro Tag 1100 Tonnen Mehl der Heylmühle in Bad Langensalza. Extra

Vorletzter gegen überlegener Tabellenführer: Trotz Heimvorteils sind die Trie rer Handball-Miezen klarer Außenseiter gegen den Thüringer HC am Sonntag (16 Uhr, Arena). Nach 20 Spieltagen liegt der Meister und Pokalsieger sage und schreibe 33 Punkte vor der MJC. Er gab bisher erst einen Zähler ab - und zeigte seine nationale Dominanz am Mittwoch mit einem sensationellen 45:28 im Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten Leipzig. Die Trierer Serie von zuletzt sieben Niederlagen in Folge wird Sonntag sicherlich nicht enden. Die MJC sehnt Trier den Start der Abstiegsrunde am 8. März herbei. Der MJC-Kader ist weiterhin dezimiert, Garcia-Almendaris und Adeberg fehlen, Kroyer und Schneider sind angeschlagen. In der laufenden Saison trafen die MJC und der THC bereits zweimal aufeinander: Im Liga-Hinspiel unterlag Trier mit 17:36, im Pokal-Achtelfinale gab es in der Arena ein 21:40. BP DJK/MJC Trier (Kader): Kockler, Vogt, Flöck - Sattler, Pötters, Kordel, Irsch, Schneider, Kroyer, Derbach, Pilmayer, Vallet, Mohr, Czanik, Cabeza