Vorsicht, Stolperfalle!

Der Abstiegskampf in der Bundesliga hat höchste Priorität, dennoch wollen sich die Trierer Miezen - trotz Personalproblemen - heute beim Zweitligisten HSG Bad Wildungen nicht unbedingt blamieren.

Trier. (BP) In der ländlich geprägten unberührten Natur in der Mitte zwischen Marburg und Kassel wartet eine Stolperfalle auf die Trierer Miezen: Pokal-Gastgeber HSG Bad Wildungen/Friedrichstein/Bergheim, derzeit Vierter der 2. Liga Süd, hegt hohe Ziele gegen den Erstligisten: "Das ist ein hervorragendes Los, Trier ist unser Wunschgegner, die Halle wird voll - da sollen sich die Miezen warm anziehen", sagte der HSG-Vorsitzende Hans-Werner Derx nach der Auslosung.

Beide Mannschaften einen die finanziellen Probleme, wenn auch beide die größten Klippen anscheinend umschifft haben. In Trier wurden die Gehälter nachgezahlt, in und um Bad Wildungen wurde ein neuer Vorstand installiert, um die Altlasten sukzessive abzutragen.

"Sportlich gesehen sind wir natürlich Favorit", sagt Miezen-Trainer Thomas Happe, "wie es immer ist, wenn ein Erstligist und ein Zweitligist im Pokal aufeinandertreffen." Sorgen macht ihm weniger die angekündigte volle Halle, sondern die dünne Personaldecke mit vielen Fragezeichen vor der heutigen Drittrundenpartie (Anwurf: 19 Uhr). Mit Solic, Popovic, Schneider, Arnosova und Karsten sind gleich fünf Spielerinnen verletzt oder erkrankt. "Mal sehen, wer spielen kann und wer nicht", sagt Happe, für den der DHB-Pokal naturgemäß einen geringeren Stellenwert hat als die Liga und der Abstiegskampf. "Aber wir wollen uns natürlich nicht blamieren, schließlich kann man im Falle einer positiven Auslosung bis ins Final 4 kommen", sagt der MJC-Trainer, der dem Gegner "hohes Zweitliga-Niveau" attestiert.

Bad Wildungen verfügt in Gernot Weiss über einen Erstliga-erfahrenen Trainer und in den früheren Dortmunderinnen Yvonne Busch und Miranda Robben (EM-Teilnehmerin mit den Niederlanden) über starke Außen. Daneben stehen die Litauerin Ruta Latakaite und die 160-fache rumänische Nationalspielerin Cristina Mihai im Kader der Mittelhessen, die mittelfristig in die 1. Liga aufsteigen wollen. Im Vorjahr waren die Miezen im DHB-Pokal bis ins Viertelfinale vorgestoßen, dort aber knapp an Buxtehude gescheitert.

DJK/MJC Trier (Kader): Vogt, Monz - Arnosova (?), Derbach, Popovic (?), Karsten (?), Premm, Schneider, Solic (?), Vallet, Lennartz, Cocx