Vulkanladies fehlt das Geld: Rückzug aus der 2. Liga

Vulkanladies fehlt das Geld: Rückzug aus der 2. Liga

Miezen-Konkurrent Vulkanladies Koblenz/Weibern zieht sich nach dieser Saison aus finanziellen Gründen zurück. Bei der MJC zeigt man sich geschockt, obwohl man nun nur noch Drittletzter werden muss, um die Klasse zu halten.

Koblenz/Trier. "Das ist ein schwarzer Tag für den regionalen Frauenhandball und eine bedenkliche Entwicklung für unsere Sportart - gerade im Hinblick auf die Frauen-WM 2017 in Trier." So kommentierte Miezen-Vorstand Jürgen Brech die Nachricht aus Koblenz, dass die Vulkanladies keine Zweitliga-Lizenz für die kommende Saison stellen werden und sich somit komplett aus dem Spielbetrieb abmelden.
Vulkanladies-Boss Manfred Sattler nannte finanzielle Gründe für den Rückzug: "Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten hart gearbeitet, um Unternehmen aus der Region zu einer finanzielle Unterstützung zu bewegen. Aber leider sind wir nur auf Ablehnung gestoßen."
Für Brech ist das Aus des langjährigen Konkurrenten ein Warnsignal, nicht nur weil die Lokalderbys wegfallen: "Über Jahre hinweg war Frauenhandball im Rheinland weit mehr als eine Randsportart, aber man sieht ganz deutlich, dass die Unterstützung der Wirtschaft nicht ausreicht, sondern sich nur um andere Mannschaftssportarten dreht. Das Beispiel zeigt, dass es im Frauenhandball jeden treffen kann, auch uns."
In Sachen Klassenerhalt hat sich die Ausgangslage für die Miezen nur marginal geändert: Statt zwei Plätze muss die MJC als aktueller Drittletzter nur noch einen Rang gutmachen, statt sieben sind es jetzt sechs Punkte bis zum rettenden Ufer. "Wer jetzt denkt, dass wir uns aus sportlichen Gründen freuen, liegt völlig falsch", sagt Brech.
Die Vulkanladies waren 2015 mit Trier aus der 1. in die 2. Liga abgestiegen, Ziel war - dank eines 900 000 Euro-Etats - der Wiederaufstieg. Dass die Miezen Spielerinnen abwerben, ist für Brech unrealistisch: Die liegen finanziell fernab dessen, was wir uns leisten können." BP

Mehr von Volksfreund