| 22:14 Uhr

Wackere Miezen können Mittwochsfluch nicht ablegen

Mieze Nathalie Adenberg (am Ball) gegen Buxtehudes Ulrika Agren.
Mieze Nathalie Adenberg (am Ball) gegen Buxtehudes Ulrika Agren. FOTO: Hans Krämer
Trier. Fast 60 Minuten boten die tapferen Miezen dem Favoriten aus Buxtehude Paroli, doch am Ende gab es wieder keine Punkte. Das 28:33 (16:15) war die fünfte Niederlage im fünften Mittwochs-Heimspiel. Björn Pazen

Immer wieder mittwochs wiederholt sich in der Arena Trier die Geschichte. Die Trierer Miezen spielen wacker mit, stehen ganz knapp vor einem Remis oder sogar einem Sieg, doch am Endejubeln der Gegner. Das war gegen Bensheim, Leverkusen, Bietigheim und Blomberg so - und das änderte sich auch am gestrigen Mittwoch nicht gegen den Tabellenvierten Buxtehuder SV. Den einzigen Sieg feierten die Miezen (weiter Vorletzter) bislang im einzigen Samstags-Heimspiel gegen Göppingen.

Auch ohne Silvia Solic, die wegen einer Leistenverletzung länger auszufallen droht und trotz eines 1:4-Fehlstarts bestimmten die Miezen ab der fünften Minute völlig überraschend die Partie. Zunächst war es die hohe Effektivität im Angriff, vor allem dank Katrin Schneider (sechs ihrer zehn Tore vor der Pause) , Megane Vallet und Andrea Czanik, dann steigerte sich auch die Defensive. Der Tabellenvierte fand nie seinen Rhythmus, und nach 13 Minuten und der ersten Trierer Zwei-Tore-Führung (9:7) nahm BSV-Trainer Dirk Leun seine Auszeit. Doch es änderte sich nichts: Trier war die bessere Mannschaft, lag bis zum Halbzeitpfiff nie mehr in Rückstand, hatte den Gegner - immerhin Vizemeister der Jahre 2011 und 2012, der im Angriff eine hohe Fehlerquote offenbarte - im Griff. Die 16:15-Pausenführung war hochverdient.

Doch der Favorit aus der Nähe von Hamburg fing sich nach dem Seitenwechsel. Buxtehudes Deckung war nun viel aggressiver, Trier musste um jedes Tor hart kämpfen und hatte zudem noch Wurfpech. Binnen acht Minuten drehten die Gäste die Partie, waren vorrangig durch Gegenstöße nach Trierer Ballverlusten erfolgreich und bauten beim 22:19 den Vorsprung erstmals auf drei Tore aus. Als es nach 42 Minuten sogar 21:25 aus Trierer Sicht hieß, nahm auch MJC-Trainerin Cristina Cabeza (am Mittwoch nicht auf dem Feld aktiv) ihre Auszeit. Der Weckruf - denn ihre Mannschaft zeigte nun wieder einen unbändigen Kampfgeist in einem Spiel, das an Härte zunahm.

Die Miezen kämpften sich Tor um Tor heran. Sieben Minuten vor dem Ende sorgte der neunte Schneider-Treffer für Jubelstürme auf den Rängen, beim 27:28 lag die Sensation wieder in der Luft. In der hektischen Schlussphase handelte sich Cabeza eine Zeitstrafe ein, weil sie sich mit den Schiedsrichterinnen wegen eines Siebenmeters anlegte. In Überzahl setzte sich Buxtehude entscheidend auf 31:28 (58.) ab. Der Traum vom ersten Mittwochs-Punkt war wieder verflogen.Stimmen zum Spiel:


Jana Arnosova, Co-Trainerin MJC Trier: Wir waren sehr gut auf Buxtehude vorbereitet, haben vor allem in der ersten Halbzeit mit Lust und Spaß gespielt und das Optimum herausgeholt. Ein Riesen-Kompliment an meine Mannschaft, die bis zum Umfallen gekämpft hat.

Dirk Leun, Trainer Buxtehude: Es wurde laut in der Halbzeit, Trier hat das Optimum aus seinen Möglichkeiten herausgeholt. Wir wussten, dass es schwer wird, haben aber die Abwehr in der zweiten Hälfte entscheidend umgestellt.

Statistik: DJK/MJC Trier - Buxtehuder SV 28:33 (16:15)

DJK/MJC Trier: Kockler, Flöck, Vogt (n.e.) - Pötters (n.e.), Irsch (0), Sattler (n.e.), Mohr (1), Schneider (10/3), Czanik (4), Vallet (4), Adeberg (4), Pilmayer (3), Kordel (n.e.), Derbach (0), Kroyer (2)

Buxtehuder SV: Lenz, Gronemann - Agren (5), Hoeskstra (3), Bülau (7), Luschnat (2), Limberg (0), Lamp (0), Gubernatis (6/5), Stapelfeldt (2), Oldenburg (4), Techert (1), Kaiser (0), Hayn (3)

Schiedsrichterinnen: Jarke/Senk, Zuschauer: 450
Zeitstrafen: Trier: Cabeza, Buxtehude: -
Siebenmeter: Trier: 3/3, Buxtehude: 5/5
Beste Spielerinnen: Schneider, Czanik/Bülau, Gronemann