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2. Handball-Bundesliga
Trierer Handball-Miezen verlieren drei Spielerinnen

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TRIER.

Die viel zitierte Großregion macht sich rar im Kader der Trierer Miezen – denn Belgien, Luxemburg und das Saarland sind Stand jetzt nicht mehr bei den Zweitliga-Handballerinnen vertreten. Wie der Verein am Donnerstag mitteilte, werden die Luxemburgerin Tina Welter, die Saarländerin Joline Müller und die Belgierin Aaricia Smits den Verein verlassen – was zumindest teilweise überraschend ist.

Gerade im Fall von Tina Welter (25), die 2015 aus Nellingen nach Trier kam, ist Vereinsvorstand Jürgen Brech enttäuscht. „Wir haben ihr alle Freiräume gelassen, was ihre Grundausbildung zur Sportsoldatin in Luxemburg betraf. Sie war vier Monate vom Training und Spielen freigestellt und hat immer volles Gehalt bekommen“, sagt Brech: „Sicherlich nicht unter der Voraussetzung, dass sie danach den Verein verlässt.“ Welter ist die erste Handballerin aus Luxemburg, die Sportsoldatin wurde. Nun  wechselt die Linksaußen zum Zweitliga-Konkurrenten FSG Waiblingen-Korb.

Anders gelagert ist der Fall bei Joline Müller (25), die ebenfalls drei Jahre in Trier gespielt hatte. Die Saarländerin hatte sich im Mai 2017 einen Kreuzbandriss zugezogen, hatte Anfang des Jahres ihr Comeback gefeiert und war dann sogar Polizei-Europameisterin mit der deutschen Mannschaft geworden. Die Kommissarin, die in Neunkirchen ihren Dienst verrichtet, will sich künftig mehr auf „Job, Familie und Freunde“ konzentrieren und nimmt dafür den sportlichen Abstieg zu ihrem Heimatverein DJK Marpingen in Kauf. in der vierten Liga (RPS-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saarland) trifft sie künftig unter anderem auf die HSG Wittlich und die HSG Hunsrück.

Auf den Spuren ihrer älteren Schwester wandelt die jüngste Mieze: Aaricia Smits (20) wechselt in die 2. Mannschaft des französischen Rekordmeisters Metz Handball. Ihre Schwester Xenia (nach dem Passwechsel deutsche Nationalspielerin) ist eine der Stars beim Champions-League-Teilnehmer.  Aaricia Smits war erst im Vorjahr aus Blomberg nach Trier gekommen.

„Wir wollten dieses Trio halten, haben mit allen drei Spielerinnen lange und intensive Gespräche geführt, letztendlich haben sie unsere Angebote aber ausgeschlagen“, sagt Brech, der nun vom „Aufbau eines neuen Teams“ spricht. Ob weitere Spielerinnen die MJC verlassen werden, steht noch nicht fest.

Noch wichtiger als die Suche nach Neuzugängen ist die Verpflichtung eines neuen Trainers: „Wir haben zwei interessante Kandidaten an der Angel, vielleicht können wir nächste Woche schon Vollzug melden. Gleiches gilt für potenzielle Neuzugänge“, sagt der Miezen-Vorstand: „Unser Kernproblem war, dass erst sehr spät feststand, ob wir die 2. Liga halten oder nicht, somit hatten wir keine Planungssicherheit.“ Im Juli soll die Vorbereitung starten, bis dahin sollen Trainer und Team gefunden sein.