"Wir brennen lichterloh"

Trier · Raus aus den Trainingsklamotten, rein ins Cocktailkleid: Modisch haben die "Miezen" bei der Saison-Präsentation einen glanzvollen Eindruck hinterlassen. Folgen nach einer Katastrophen-Spielzeit nun auch wieder sportliche Glanzpunkte? Die DJK/MJC Trier sieht sich gerüstet, einfach dürfte es jedoch nicht werden.

 Elegante Garderobe: Zur Miezen-Präsentation haben sich die Spielerinnen in Schale geworfen. Im Vordergrund interviewt Moderator Christian Schmidt MJC-Kapitänin Silvia Solic (links) und Neuzugang Andrea Czanik (slowakische Nationalspielerin). TV-Foto: Hans Krämer

Elegante Garderobe: Zur Miezen-Präsentation haben sich die Spielerinnen in Schale geworfen. Im Vordergrund interviewt Moderator Christian Schmidt MJC-Kapitänin Silvia Solic (links) und Neuzugang Andrea Czanik (slowakische Nationalspielerin). TV-Foto: Hans Krämer

Trier. Miezen-Vorstandsmitglied Jürgen Brech ist eher für bedächtige Aussagen bekannt. Er ist kein Dampfplauderer. Umso überraschender kommt jetzt seine Ankündigung, mit den MJC-Handballerinnen wieder andere Tabellenregionen erreichen zu wollen. "Unser Ziel muss es sein, in die Spitze der Bundesliga zurückzukehren", sagte er bei der Saison-Präsentation der Miezen im Audi-Zentrum Trier. Angesichts der schwierigen Vorjahre ein utopisch anmutendes Bestreben.
Hoffnung schöpft Brech aus der Vergangenheit: "Mit Anja Althaus und Maren Baumbach kamen einst zwei Grünschnäbel zu uns, die schnell für Aufsehen und sportlichen Erfolg gesorgt haben. Warum soll das nicht wieder möglich sein in Trier?"
In der neuen Saison wird es jedoch vornehmlich um andere Ziele gehen. Brech spricht davon, dass Fans und Umfeld nicht wieder auf die Folter gespannt werden sollen. Damit dürfte er neben den sportlichen auch die finanziellen Aspekte meinen. Der neue Miezen-Trainer Jörn Ilper vertraut dabei auf Einschätzungen, nach denen nicht erneut wenige Wochen nach Saisonstart das Geld knapp wird.
Eine wichtigere Rolle bei der künftigen Etatplanung soll der "Club 1500" spielen. In dem von der MJC gegründeten Verein können Mitglieder die Miezen mit mindestens 1500 Euro pro Jahr unterstützen. Bislang zählt der Club lediglich zwölf Mitglieder. Peter Rohr, seit Sommer verantwortlich für das Projekt, will die Zahl auf 60 erhöhen. Damit würden die Einnahmen von derzeit 18 000 Euro auf 90 000 Euro steigen. Rohr sieht in der anvisierten Zahl kein Luftschloss. Bis wann sie erreicht werden soll, sagt er nicht.
Der Zahnarzt aus Trier sieht sich als enthusiastischer Begleiter der Miezen. Mit Brech hat er in der MJC-Jugend Handball gespielt. Er will die Zukunft der Miezen mitgestalten. Im TV-Gespräch bekundet er sein Interesse an einer Kandidatur für den Vorstand. Nach der neuen Satzung soll das Führungsgremium der DJK/MJC Sportmanagement e.V. künftig zwei- bis fünfköpfig sein. Laut Brech wird womöglich im September der Vorstand neu gewählt.
Die MJC-Spielerinnen, geschlaucht von einer harten Vorbereitung, versprühten bei der Saison-Präsentation Optimismus. "Der Zusammenhalt in der Mannschaft ist groß", sagte Torfrau Jessica Kockler. Das Team sei zudem sehr fokussiert. Judith Derbach: "Wir werden immer bissiger!"
Gerade die ganz jungen Akteure verhehlten aber nicht, vor welcher Herausforderung sie stehen. Nathalie Adeberg (19): "Es ist eine große Ehre, in der ersten Bundesliga spielen zu dürfen. Aber der Druck ist auch riesig."
Mannschaft und Trainer wollen die Fans mit einer neuen Spielweise begeistern. Coach Ilper: "Wir brennen lichterloh. Wir wollen kompromisslos und temporeich spielen."
Voraussetzung dafür ist eine gute Schnelligkeitsausdauer. An ihr hat es in der Vorsaison gemangelt. Ilper: "Die Mädels hatten immer ein Zehn-Minuten-Loch in der zweiten Halbzeit. Dieses Loch wollen wir schließen." Zudem brauche die Mannschaft noch erfahrene Spielerinnen. Ilper wünscht sich eine "Steuerfrau" im Rückraum sowie eine Linkshänderin.
Demnächst soll Abhilfe geschaffen werden. In Kürze werden wohl drei Neuzugänge vorgestellt. Zu dem Trio könnten eine 34-jährige Spanierin und eine 32-jährige Serbin gehören, die im Probetraining getestet wurden (der TV berichtete). Bei ihnen handelt es sich um zwei erfahrene Rückraumspielerinnen. Brech kommentiert keine Namen. Er sagt lediglich: "Mit den geplanten Neuverpflichtungen werden wir konkurrenzfähig sein."

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