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"Wir gewinnen, weil ..." Handball: Gemischte Gefühle vor dem Abstiegsgipfel Koblenz - Trier

"Wir gewinnen, weil ..." Handball: Gemischte Gefühle vor dem Abstiegsgipfel Koblenz - Trier

Vor dem mit Spannung erwarteten Abstiegsduell in der Frauen-Handball-Bundesliga zwischen den Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern und der DJK/MJC Trier hat TV-Redakteur Mirko Blahak zwei Stützen beider Teams zum Doppelinterview ans Telefon gebeten: Ex-Mieze Svenja Huber (27), Top-Torschützin bei den Vulkan-Ladies, und Mégane Vallet (24), dienstälteste Spielerin der MJC.

"Wir gewinnen, weil ..." Handball: Gemischte Gefühle vor dem Abstiegsgipfel Koblenz - Trier

Freuen Sie sich auf das Derby, oder hätten Sie sich solch ein Endspiel gerne erspart?
Vallet: Eine Vorfreude ist auf jeden Fall da. Es ist ein ganz entscheidendes Spiel. Wir haben in dieser Begegnung mehr Chancen als in Partien gegen Buxtehude oder den Thüringer HC. Schwer wird es dennoch.
Huber: Für beide Mannschaften ist es schön zu wissen, dass bei so einer wichtigen Partie das eigene Fanlager zahlreich vertreten sein wird. Das brisante Spiel wird den Rahmen haben, den es verdient.
In der Koblenzer Oberwerth-Halle werden rund 2000 Zuschauer erwartet: Ist das Motivation oder Bürde?
Huber: Auf jeden Fall Motivation! Wir haben uns zu Hause zuletzt ordentlich verkauft. Das spornt uns an.
Vallet: Es wird sehr laut werden in der Halle. Wir freuen uns über jeden Trierer Fan, der da ist.
Wie brisant ist das Duell angesichts der Miezen-Vergangenheit von Weiberns Trainerin Ildiko Barna, die in Trier Anfang 2010 vorzeitig ihren Hut nehmen musste?
Huber: (schmunzelt) Es wäre völliger Quatsch, das noch einmal alles hochkochen zu lassen.
Vallet: Ich habe schon für die Miezen gespielt, als sie bei der MJC Trainerin war. Aber ich kann das wunderbar trennen. Ich denke nicht darüber nach, was war.
Was würde ein Abstieg bedeuten?
Vallet: Die DJK/MJC Trier ist jetzt seit 13 Jahren in der ersten Bundesliga. Ich habe schon mehrere Abstiegskämpfe miterlebt. Es war oft spannend. Wenn wir absteigen sollten, würde das wahrscheinlich einen Neuanfang für Trier bedeuten.
Huber: Wir Spielerinnen fragen uns schon, ob es so wie bisher weitergehen würde. Wir sind in eine größere Halle umgezogen. Es ist schwer zu sagen, ob das Projekt in der zweiten Liga von der Öffentlichkeit genauso angenommen würde. Wir stehen aber derzeit nicht auf einem Abstiegsplatz. Deshalb denken wir nicht sehr intensiv darüber nach.
Jeder spricht von Sieg oder Niederlage: Aber was ist, wenn das Duell unentschieden endet?
Huber: Anfreunden könnte ich mich mit einer Punkteteilung nicht! Ich denke, beide Mannschaften brauchen die zwei Zähler.
Vallet: Wir haben schon gegen Metzingen nur einen Punkt geholt. Deswegen sind jetzt zwei Zähler umso wichtiger. Wir spielen auf Sieg!
Das heißt: Trier gewinnt, weil …
Vallet: … wir uns in der letzten Zeit gut entwickelt haben.
Und warum gewinnt vielleicht doch Koblenz/Weibern?
Huber: Weil wir mannschaftlich geschlossen auftreten, weil wir uns 60 Minuten zerreißen können und weil wir den Heimvorteil haben.
Was geben Sie Mégane mit auf den Weg fürs Spiel?
Huber: Das ist eine gemeine Frage. Ich wünsche selbstverständlich niemandem etwas Schlechtes. Aber viel Erfolg wünschen kann ich auch nicht. Deshalb wünsche ich uns beiden ein gutes und faires Spiel.
Und umgekehrt?
Vallet: Ich wünsche uns viel Spaß. Mal schauen, was dann herauskommt … bl

Anwurf zur Partie zwischen Koblenz/Weibern und Trier ist am Samstag, 16. Februar, um 19.30 Uhr in der Oberwerth-Halle (heutiger Name: Conlog-Arena Koblenz).