Wogen um Proben geglättet

Der Fall von manipulierten Dopingproben im Frauenhandball ist nun auch gerichtlich abgeschlossen. Der Dopingprüfer und seine Schwester wurden zu milden Strafen verurteilt.

Anfang September standen die Trierer Miezen unfreiwillig, unschuldig und ohne eigenes Zutun in den Schlagzeilen. Bei einem DHB-Pokalspiel im Januar 2010 in Mainz waren Dopingproben manipuliert worden (der TV berichtete mehrfach), der Fall schlug Wellen, wurde zum Politikum, weil es zu einem Streit zwischen Handballbund (DHB) und Nationaler Anti-Dopingagentur (Nada) kam. DHB warf Nada vor, ein "Dopingmonopol" aufzubauen, Nada-Chef Baumert konterte, für den DHB sei "der worst case" eingetreten.

Mittlerweile haben sich nicht nur die Wogen geglättet, sondern der Fall ist auch juristisch abgeschlossen. Wie DHB-Vizepräsident Heinz Winden (aus Kasel bei Trier) auf TV-Anfrage mitteilte, ist der Prüfer der Mannheimer Firma Serco wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die eigentlich härtere Strafe: Er muss die Verfahrenskosten tragen, die sehr hoch ausfallen, weil er nicht geständig war und deswegen zahllose Dopingproben neu kontrolliert werden mussten. Seine Schwester, mit deren Urin die Proben gefälscht wurden, muss 45 Tagessätze à zehn Euro zahlen.

Mit Bekanntwerden des Vorfalls kündigte der DHB der Firma Serco, übernimmt die Dopingkontrollen in den Frauen-Bundesligen mit eigenen Prüfern. "Wir haben 2010 alleine 64 Proben vornehmen lassen", sagte Winden dem TV, "alle negativ". Zudem sei der DHB der einzige deutsche Verband, der auch negative Befunde sofort an die Sportler weitergebe und ihnen laut Winden "wochenlange Ungewissheit" erspare. Die Kontrollen sollen noch bis Saisonende in Eigenregie vorgenommen werden. "Dann sehen wir weiter", sagt Winden, der von "guten Gesprächen mit der Nada" spricht, die bereits verantwortlich für die Wettkampfkontrollen der Männer-Handball-Bundesliga ist und auch mit anderen Sportverbänden (wie Skisport) in den vergangenen Wochen weitreichende Kontrollverträge unterzeichnete. "Wir wollen alle Trainings- und Wettkampfkontrollen im deutschen Sport aus einer Hand organisieren, um Vergleichbarkeit und Chancengleichheit zu garantieren", sagt der aus Trier stammende Nada-Sprecher Berthold Mertes.