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Zeit für Abschiede und Hausaufgaben

Zeit für Abschiede und Hausaufgaben

Das letzte Saisonspiel wurde 28:33 (12:16) gegen Göppingen verloren, aber bei den Miezen stand das Finale eher im Zeichen von Abschieden und dem Wunsch auf eine bessere Zukunft.

Trier. Es war schon symbolisch: Während die übrigen Miezen bei Livemusik mit den Fans den Klassenerhalt feierten, standen die drei Serbinnen Vojcic, Radojicic und Djeric abseits - vieles deutet für sie auf einen schnellen Abschied aus Trier hin. Dagegen freut sich "Eigengewächs" Eva Lennartz, die beim 28:33 gegen Göppingen erstmals in einem Bundesligaspiel sechs Treffer erzielte, auf die Zukunft: "Wir werden eine junge wilde Mannschaft mit ein paar alten Hasen haben. Wichtig ist nun mehr Konstanz. Es ist schwer für die Fans, jedes Jahr immer neue Gesichter zu sehen." Das sieht Carolin Schmele, fünffache Torschützin gegen Göppingen, ähnlich: "Das Konzept, auf junge Spieler zu setzen, ist klasse. Ich habe hier wieder den Spaß am Handball gefunden und spiele gerne weiter hier." Das hätte sicherlich auch Jana Arnosova gerne von sich behauptet, aber nach ihrem Kreuzbandriss ist die Karriere beendet, die Tschechin und dienstälteste Mieze wurde unter Tränen vom Vorstand mit einer Foto-Collage verabschiedet, versprach aber, "dass ich mich künftig in der MJC-Jugendarbeit engagieren werde". Verabschiedet wurde auch Vorstand Martin Rommel nach über 20-jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit. "Ich bin stolz auf das, was wir hier aufgebaut haben", sagte Rommel, "brauche jetzt aber eine Pause, die vergangenen Jahre waren sehr schwierig." Bevor er endgültig seine Ämter abgibt, wartet aber noch Arbeit, denn die Finanzprobleme sind noch nicht gelöst. "Wir müssen noch Hausaufgaben machen, ich hoffe, dass wir sehr schnell die noch offenen Gehälter überweisen können, aber derzeit fehlt noch Geld." Ein Erinnerungsbild erhielt auch Trainer Dago Leukefeld, der künftig nur noch MJC-Berater sein wird. "Wir stecken in einem extremen Überlebenskampf, wir brauchen viele Unterstützer, denn nur als Team kann Bundesligahandball in Trier erhalten werden", richtete er einen flammenden Appell an die Wirtschaft und bekräftigte nochmals die Abkehr vom Profitum: "Wir machen einen großen Schritt zurück, um künftig vielleicht wieder kleine Schritte nach vorne machen zu können." BPExtra

"Auswärtssieg, Auswärtssieg" sangen und tanzten die Göppinger Spielerinnen und feierten am Ende den Sprung auf Platz sieben - gemeinsam mit den Miezen, die schon vor der finalen Niederlage den Klassenerhalt sicher hatten. Die Partie, die phasenweise auf schwachem Niveau (vor allem bei der MJC) stand, war kurz nach der Pause entschieden. Trier führte zu Beginn, ehe Göppingen den Spieß umdrehte. Danach wurde die Vorentscheidung beim 13:20 durch eine Serie Trierer Fehler begünstigt. MJC-Trainer Leukefeld gab vor allem dem Nachwuchs eine Chance, und der reduzierte - angeführt von Lennartz und Schmele - dank einer guten Schlussphase den Abstand. BP DJK/MJC Trier: Djeric, Monz, Kockler - Wilamowska (0), Adeberg (5/2), Zelmel (0), Premm (0), Schmele (5), Vallet (0), Derbach (1), Radojicic (6/3), Lennartz (6/1), Rost (4), Vojcic (1) - Beste Torschützinnen Göppingen: Scheffknecht und Vojtiskova (je 5), Dinkel (7/1)