Zu wenig Biss und zu wenig Bereitschaft bei den Miezen

Zu wenig Biss und zu wenig Bereitschaft bei den Miezen

Miezen-Trainer Thomas Happe ist angefressen. Bei der 24:32-Niederlage in Leverkusen vermisste er wichtige Kardinaltugenden bei seiner Mannschaft, die weiterhin Bundesliga-Letzter bleibt.

Leverkusen/Trier. Die Liste der Versäumnisse und Probleme, die Thomas Happe entdeckt hatte, ist lang: Seine Trierer Miezen hätten sich zu schnell ihrem Schicksal ergeben, die Kommunikation untereinander ist immer noch nicht optimal, Biss, Bereitschaft und "100-prozentiges Engagement" hätten gefehlt, zudem mache es die Sache nicht einfacher, dass viele seiner Spielerinnen am Vortag noch bei der zweiten Mannschaft 60 Minuten spielen mussten. "An diesen Sachen müssen wir dringend arbeiten", meint der Miezen-Trainer, der erneut zwei Wochen Zeit bis zur nächsten Partie in Oldenburg hat, um seine Mannschaft auf den Pfad der Tugend zu bringen.Die Hoffnung auf eine Sensation beim Rekordmeister war spätestens zur Pause verflogen, wenn nicht sogar schon vor dem Anpfiff, denn Jasmina Radojicic musste erkrankt auflaufen, was eine weitere Schwächung des Rückraums bedeutete. Weil auch Lucyana Wilamowska einen "rabenschwarzen Tag" (Happe) erwischte, leisteten die Miezen zu wenig Widerstand, und am Ende setzte es wieder eine deutliche Niederlage. Zu keinem Zeitpunkt konnte die MJC Paroli bieten, das 24:32 (11:17) war die vierte Niederlage im vierten Saisonspiel. "Wir dürfen uns in den ersten Minuten nicht so vorführen lassen", monierte Happe. Schnell stand es 6:2 für Bayer, Trier verkürzte noch einmal auf 11:15, ehe die Gastgeber sich zum bereits vorentscheidenden Halbzeitstand von 17:11 absetzten - und diese Führung nach acht weiteren Minuten auf 23:14 ausbauten. Die Messe war gelesen, auch wenn die MJC Moral zeigte - Leverkusen aber auch nicht mehr alles gab. Der Vorsprung bewegte sich kontinuierlich bei acht, neun Toren. Die einzigen guten Nachricht für die MJC sind erneut die Ergebnisse der Konkurrenz, die auch nicht besser aus den Startlöchern kam: Celle und Bad Wildungen warten - gemeinsam mit Trier - weiter auf den ersten Punkt dieser Saison, auch Göppingen verlor. Aber insgesamt waren diese Teams deutlich näher an einem Punktgewinn als die MJC, weswegen Happe auch mahnt: "Wir müssen uns besser verkaufen, damit wir in den Spielen gegen Bad Wildungen und Celle unser volles Potenzial abrufen und dort die nötigen Punkte sicher sammeln können." Schon vor der Saison hatte Happe einen derartigen Start prognostiziert, insgeheim aber auf bessere Leistungen gehofft. In den kommenden beiden Wochen geht es ihm nun um Einstellung, Abstimmung und eine bessere Wurfausbeute. Denn 50 Prozent aller bisherigen Gegentreffer resultierten aus Gegenstößen - und die verhindert man bekanntlich dadurch, dass man eigene Tore erzielt. BP DJK/MJC Trier: Kockler, Djeric - Wilamowska (3), Adeberg (0), Vojcic (5/2), Premm (1), Vallet (1), Arnosova (3), Derbach (3), Radojicic (5), Lennartz (0), Rost (1), Solic (2), Beste Torschützinnen Leverkusen: Egger, Jochin (je 6), Naidzinavicius (5)