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Zwei Punkte, viele Problemzonen

Zwei Punkte, viele Problemzonen

In der siebenwöchigen EM-Pause haben die Trierer Handball-Miezen nun Zeit, sich fit für den Klassenerhalt zu machen. Der TV zieht die Bilanz des ersten Saisondrittels, das die MJC als Tabellenletzter beendete.

Die Zahlen: Ein Sieg aus neun Spielen, Tabellenletzter, aber der Rückstand auf den rettenden drittletzten Platz beträgt weiter nur drei Punkte. Mit 211 Treffern haben die Miezen den zweitschlechtesten Angriff. 284 Gegentreffer bedeuten die mit Abstand schwächste Defensive. Neben dem 29:27 in Koblenz war die MJC nur in den Partien gegen Bietigheim (20:25) und in Berlin (18:22) nahe dran an einem Punktgewinn. Mit 63 dieser 211 Treffer ist Katrin Schneider die mit Abstand beste Trierer Torschützin.
Die Tops: Nach einem schwachen Start hat Schneider wieder ihre existenzielle Bedeutung für die Miezen unter Beweis gestellt. Daneben gehört Franziska Garcia-Almendaris zu den Tops, genau wie anfangs Neuzugang Celine Michielsen, die aber nun wegen einer Schulteroperation bis ins Frühjahr ausfällt.
Die Flops: Von den Außenpositionen kommt viel zu wenig. Sieht man von den 24 Treffern von Judith Derbach ab, ist die Quote von Hanna Sattler und Sanne Backhed auf der linken Seite (zusammen 19 Treffer in neun Spielen) minimal. Ab Januar soll dort die Kapitänin Megane Vallet nach ihrem Kreuzbandriss für mehr Schwung und Tore sorgen. Auf rechts ist Derbach noch nicht konstant genug, dort wird Marta Pilmaier (ebenfalls Kreuzbandriss) im April zurück erwartet. Die beiden größten Problemzonen sind allerdings das Tor, wo mit Ausnahme der Partie gegen Koblenz keine Normalleistung erbracht wurde, egal, wer zwischen den Pfosten stand, sowie die rechte Angriffsseite. Die MJC ist der einzige Bundesligist ohne Linkshänderin. Egal, ob Schneider, Garcia oder Maxime Struijs, dort sind alle nur Lückenfüller - und dadurch hat es jeder Gegner leicht, sich auf den MJC-Angriff einzustellen.
Die Trainerfrage wird in Trier nicht gestellt. "Wir wussten alle, wie schwer es wird, und dass wir uns keinen anderen Kader leisten können. Also müssen auch die Trainerinnen mit den Miezen tanzen, die wir haben", sagt Vorstand Jürgen Brech. Für einen Trainerwechsel ist kein Geld da.
Die personellen Perspektiven: "Wir bräuchten unbedingt eine Linkshänderin, aber das ist finanziell nicht möglich", sagt Trainerin Cristina Cabeza. Während Eintracht und TBB trotz Mini-Etats Nachverpflichtungen tätigen können, ist dies ohne weitere Sponsoren bei der MJC absolut ausgeschlossen.
Die Chancen auf den Klassenerhalt: In der Vorsaison war der Modus der Trierer Rettungsanker. Erstens stieg nur eine Mannschaft ab, zweitens gab es eine Abstiegsrunde, in der vier Mannschaften von vorneherein nichts mit dem Abstieg zu tun hatten - und somit auch größtenteils frühzeitig die Zügel schleifen ließen, was den Miezen die nötigen Punkte brachte. Dieses Jahr gibt es keine Abstiegsrunde und zwei Teams müssen in die 2. Liga. "Wir brauchen mindestens zehn Punkte", hat Schneider durchgerechnet. "Wir müssen mindestens beide Spiele gegen Aufsteiger Bad Wildungen sowie die Heimspiele gegen Berlin und Koblenz gewinnen", sagt auch Cabeza. Zwei Matchbälle - gegen Celle und Bietigheim - haben die in der Arena weiter punktlosen Miezen bereits vergeben.
Der TV-Ausblick: Mit der Rückkehr von Vallet hat die MJC eine wichtige Alternative im nicht üppig besetzten Kader mehr. Will man die Klasse halten, müssen auch auswärts Überraschungen her. Die Miezen sind Abstiegskampf gewöhnt, aber diese Saison wird es so schwer wie nie, "unabsteigbar" zu bleiben.