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Zwei Schwerkranke hoffen auf Genesung

Zwei Schwerkranke hoffen auf Genesung

Früher war es die "Mutter aller Schlachten" in der 1. Liga, heute treffen zwei schwerkranke Patienten im Unterhaus aufeinander: Am Sonntag um 16 Uhr ist Derbyzeit in der Conlog-Arena in Koblenz - und die Miezen müssen gewinnen, um die letzte Chance auf den Klassenerhalt zu wahren.

Trier/Koblenz. Für die einen "sind der Worte genug gewechselt", die anderen wollen "den berühmten Bock" umstoßen. Blumige Worte auf der "Krankenstation des rheinland-pfälzischen Frauenhandballs", bevor es am Sonntag (Anwurf 16 Uhr, Conlog-Arena) zum Duell der ehemaligen Erstligisten kommt. Wer sich ein Bild über die Lage der beiden früheren Vorzeigevereine des Rheinlands machen will, muss nur die Statistik lesen: Trotz eines 900 000-Euro-Etats rangieren die Vulkanladies aus Koblenz und Weibern auf Rang neun, haben fünf der letzten sieben Partien verloren.
Dennoch sollten die auswärts noch sieglosen Miezen nicht mit dem Finger auf die Konkurrenz zeigen: Trier ist Letzter, hat überhaupt erst drei Siege eingefahren, zehn Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz und die vergangenen sechs Partien verloren.
Zwei Patienten, die auf der Intensivstation liegen, der eine aus sportlichen, der andere aus finanziellen Gründen (der TV berichtete am Mittwoch). Die gastgebenden Vulkanladies brauchen die Punkte eigentlich nicht mehr, auch wenn Trainer Caslav Dincic betont, dass im Falle einer Niederlage der Abstiegskampf drohe. Aber wer verliert schon gerne zu Hause gegen den Tabellenletzten, wenn man eine Woche zuvor schon beim Vorletzten als Verlierer vom Platz gegangen ist. Daher appelliert man am Deutschen Eck, wo man mit dem Ziel direkter Wiederaufstieg in die Saison gestartet war, vor allem an die Ehre der Spielerinnen.Spannung abseits des Feldes


Moselaufwärts weiß man, dass es fünf nach zwölf ist, dennoch will man sich zumindest die mathematischen Chancen auf den Klassenerhalt offen halten. Und dazu bemüht man auch gerne die Statistik: Denn vier der vergangenen sechs Derbies gewann die MJC, allerdings nicht das Hinspiel in heimischer Halle, wo Trier beim 22:29 chancenlos war.
Zuletzt - und auch dank der Verpflichtung der Litauerin Zivile Jurgutyte - zeigte die Leistung nach oben, wenn sich dies auch nicht in Punkten ausdrückte.

Und daher zählt für Trainerin Cristina Cabeza - wie in jedem Spiel seit ihrem Amtsantritt im Januar - "nur ein Sieg". Die Spanierin baut zudem auf eines der ältesten Mottos im Mannschaftssport: "In Derbies kann alles passieren." Zwei Miezen treffen auf ihren früheren Verein: die Daunerin Caroline Thomas und die Ukrainerin Jewgenija Knoroz.
Spannend dürfte die Partie aber auch abseits des Feldes werden, wenn man Gerüchten aus Koblenz Glauben schenken darf, dass beide Vereine "in irgendeiner Form zur Rettung des Bundesligahandballs im Rheinland" doch kooperieren könnten. Wie das konkret aussehen könnte, ist noch offen. Eine direkte Spielgemeinschaft Trier/Koblenz/Weibern über eine Entfernung von über 100 Kilometer kann allerdings erst einmal nicht gemeint sein. Es bleibt also spannend.
DJK/MJC Trier (Kader): Kockler, Eckelt - Sattler, Vallet, Derbach, Mohr, Jurgutyte, Knoroz, Thomas, Czanik, Müller, Houben, Weibelova, Welter