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Zweite, fünfte und dann erste Heimat

Zweite, fünfte und dann erste Heimat

Auch wenn sie voraussichtlich wegen einer Knieverletzung am heutigen Samstag im Testspiel Deutschland gegen die Niederlande (15 Uhr) nicht in der Arena auflaufen kann, ist Ex-Mieze Anja Althaus gerne wieder in Trier.

Trier. Sie kämpft allein. Kräftigungsübungen, Muskelaufbau, Koordination. Physiotherapeut Christian Markus versucht mit einem Spezialprogramm, Anja Althaus wieder fit zu machen, während der Rest der Frauen-Handball-Nationalmannschaft wenige Meter entfernt in der Arena trainiert. Erst eine Meniskusverletzung, dann ein Knochenödem - seit Wochen kämpft die frühere Mieze mit diesen Verletzungen. Und das ausgerechnet vor den letzten Länderspielen der Saison, die sie in ihre persönliche Vergangenheit und Zukunft bringen.
Vorfreude auf Mazedonien


"Ich habe mich total gefreut, als es hieß, wir spielen in Trier", sagt Althaus vor dem heutigen Testländerspiel gegen die Niederlande (Anwurf 15 Uhr). Seit Donnerstag ist die 31-Jährige wieder in ihrer "zweiten Heimat" an der Mosel, wo sie von 2000 bis 2007 für die Miezen auf Torejagd gegangen und zur Nationalspielerin geworden war. Heute wird sie in der Arena wohl nicht auf dem Feld stehen. Dafür laufen mit Laura Steinbach (Budapest), Svenja Huber (Thüringer HC) und Evgenija Minevskaya (Metzingen) drei andere Spielerinnen auf, die früher das Trikot der MJC trugen.
Althaus will unbedingt bei den beiden abschließenden EM-Qualifikationsspielen gegen Mazedonien dabei sein - denn diese Partien bringen sie erst in ihre fünfte und dann in ihre erste Heimat. In der Nacht auf Dienstag verlässt das Nationalteam Trier mit dem Bus, fliegt von Frankfurt über Wien nach Skopje. Und dort - beim Spitzenklub Vardar - hat Althaus einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Mittwochabend tritt die DHB-Auswahl in Skopje an, am Samstag folgt dann das Rückspiel in Magdeburg - wo Althaus geboren wurde.
"Ich hätte nie gedacht, dass ich noch mal ein Länderspiel in Magdeburg bestreiten würde. Da geht mir das Herz auf." Zwei Punkte aus zwei Spielen reichen den deutschen Frauen, um das EM-Ticket zu buchen.
Um die Reise durch Althaus\' Karriere und fünf Heimaten zu komplettieren, fehlen nur noch Viborg (Dänemark), wo sie von 2007 bis 2012 spielte, und Bad Langensalza, wo sie mit dem Thüringer HC 2013 und 2014 zweimal die deutsche Meisterschale errang.
Althaus freut sich auf ihre künftige Station Mazedonien: "Das ist wieder eine ganz andere Mentalität als in Dänemark oder Deutschland." Bei Vardar, finanziert von einem russischen Multimillionär, spielt eine Art Weltauswahl. Der Vertrag lässt keine Wünsche offen. Neben den "Standards" wie Auto und Wohnung beinhaltet er zwei warme Mahlzeiten täglich in einem Restaurant gleich neben der Halle in Skopje.
"Ich finde dieses Projekt sehr spannend und denke, dass ich das Ganze mit meiner Erfahrung unterstützen kann. Für meine Karriere ist das doch ein genialer Abschluss."
Erst einmal ist Althaus aber in Trier. Sie wird heute viele Bekannte in der Arena treffen. "Der Kontakt an die Mosel ist nie abgerissen."Extra

Public Viewing: Gleich nach dem Frauenländerspiel startet in der Arena auf Großleinwänden das Public Viewing des Männer-WM-Qualifikationsspiels der deutschen Mannschaft in Polen. Auch das Frauennationalteam wird sich das Spiel aus Danzig in der Arena anschauen. BP