Tipp-Sieger: Kiel Topfavorit der Trainer auf Titel

Tipp-Sieger: Kiel Topfavorit der Trainer auf Titel

16:13 - der THW Kiel hat den ersten Schlagabtausch mit dem HSV Hamburg gewonnen. Im Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Rekordmeister und dem Titelverteidiger ist Kiel nach Meinung der Trainer Topfavorit auf den Titel der am Samstag beginnenden Handball-Bundesliga.

In einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa, in der Mehrfachnennungen möglich waren, tippten die Experten 16 Mal auf DHB-Pokalsieger Kiel und 13 Mal auf Titelverteidiger Hamburg.

„Der THW Kiel wird nicht noch einmal so eine schlechte Saison spielen und deutscher Meister werden. Wenn das Kieler Aufgebot von Verletzungen verschont bleibt und komplett ist, hat Kiel die stärkste Mannschaft der Welt“, sagte Sead Hasanefendic, Coach des Europacup-Siegers VfL Gummersbach.

Zum ersten realen Duell treffen die beiden Nordrivalen bereits am Dienstag in München im Spiel um den Supercup aufeinander. Vor erwartet 9000 Zuschauern in der Olympiahalle soll die offizielle Saisoneröffnung der Handball-Bundesliga einen ersten Fingerzeig geben, wer besser gerüstet ist für die dicht gedrängte Saison. In den Vorbereitungsspielen und -turnieren gaben sich beide Teams keine Blöße.

Die erste Saison ohne Schale seit 2005 sieht Dagur Sigurdsson als entscheidende Motivation dafür, dass der THW Kiel nach einem Jahr Pause Meister wird. „Ich denke, die Mannschaft ist wieder hungrig. Zudem wird Kiel mit einem gesunden Kim Andersson wieder einen anderen Rhythmus spielen“, prognostizierte der Trainer von Champions-League-Debütant Füchse Berlin.

Markus Baur, 2007 Weltmeister, vertraut dagegen der Siegermentalität der Kieler. „Meister wird der THW Kiel. Wenn der THW einmal nicht Meister wird, wird er es auf jeden Fall wieder im darauffolgenden Jahr“, meinte der Coach des TuS N-Lübbecke und ergänzte mit einem Augenzwinkern: „Im vergangenen Jahr lag ich mit meinem Meistertipp HSV Hamburg richtig.“

Den Faktor mentale Stärke hält Magdeburgs Coach Frank Carstens für entscheidend und sieht trotz des Trainerwechsels von Martin Schwalb zu Per Carlen Vorteile bei Titelverteidiger Hamburg. „Die wissen jetzt, wie es geht. Die Erfahrung des Erfolgs gibt einen ganz großen Schub“, sagte er und fügte an: „Wenn der THW von Verletzungen verschont bleibt, wird es schwer.“

Der gleichen Meinung ist auch Michael Roth. „Ich denke, dass es der HSV wieder werden kann. Das Team ist eher in der Lage, Ausfälle zu kompensieren. Bei Kiel wird es schon enger, wenn einer der Stars fehlt“, urteilte der Trainer von MT Melsungen. Skeptisch blieb da Balingens Coach Rolf Brack, weil „sich die Mannschaft und der neue Trainer erst finden müssen“.

Für das Top-Duo sehen die Experten keine ernsthafte Konkurrenz. „Alle anderen Vereine können da nicht mithalten“, sagte Velimir Petkovic, Trainer von EHF-Cupsieger Frisch Auf Göppingen. Lediglich die Rhein-Neckar Löwen wurden zweimal als möglicher Herausforderer genannt - von Kiels Trainer Alfred Gislason und seinem Hamburger Kollegen Carlen. „Außenseiterchancen sehe ich noch für die Rhein-Neckar Löwen“, sagte der Schwede Carlen. Und der Isländer Gislason befand: „Aber auch mit den Löwen muss man rechnen.“

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