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Handball
Jetzt muss es klappen: Trierer Miezen empfangen Tabellenletzten

Maja Zrnec (mit Ball) und die Trierer Miezen stehen am Samstag gehörig unter Druck.
Maja Zrnec (mit Ball) und die Trierer Miezen stehen am Samstag gehörig unter Druck. FOTO: H.K. / Hans Krämer
Trier. Frauen-Handball: Für die Trierer Miezen steht an Karneval ein Schicksalsspiel gegen den Tabellenletzten an. Von Björn Pazen

Karneval 2017: Die Trierer Miezen sind beim Trierer Rosenmontagszug mit einem eigenen Wagen vertreten, machen Werbung für die neun Monate später stattfindende Frauen-Handball-WM in Trier. Karnevalssamstag 2017. Die Trierer Miezen sind Tabellenzweiter der Frauen-Handball-Bundesliga – nach einer sensationellen Siegesserie. Das Wort „Aufstieg“ geistert durch das Umfeld der Mannschaft. An jenem Karnevalssamstag treffen die Miezen auf den Tabellenvorletzten Werder Bremen - und verlieren sensationell 21:25. Zudem bestätigt Trainerin Cristina Cabeza, dass ihr Vertrag nicht verlängert wird. Eine Woche zuvor war ein gewisser Andy Palm mit seinem damaligen Team aus Zwickau zu Gast in Trier - und gab den Miezen später sein Jawort.

Es waren turbulente Karneval­s­­tage 2017 für den Frauen-Handball-Zweitligisten. Ein Jahr später sind die Wochen vor Karneval genau das Gegenteil der Erfolgsserie von 2017. Nach zwischenzeitlich 9:1 Punkten in Folge sind die Miezen extrem abgerutscht, haben die vergangenen vier Partien verloren. Nun ist am Karnevalssamstag wieder ein Miezen-Spiel, zur ungewohnten Anwurfzeit 15 Uhr gastiert der Tabellenletzte HCD Gröbenzell in der Arena. Und der feierte just am vergangenen Spieltag seinen ersten Saisonsieg, ein 26:25 gegen Nürtingen.

„Momentan ist der Wurm drin“, sagt MJC-Vorstand Jürgen Brech vor dem wegweisenden Spiel treffend. In der gesamten Woche nach der 28:43-Niederlage in Beyeröhde hatten Vorstand und Trainerteam der MJC Aufbauarbeit geleistet, haben viele Gespräche mit den sichtlich verunsicherten Spielerinnen geführt. „Es macht ja keinen Sinn, in dieser Situation auf die Mannschaft draufzuhauen, das hilft ja auch nicht“, sagt Brech. Den Spielerinnen sei die Tragweite der Partie gegen Gröbenzell bewusst, schließlich rangiert man nach dem Rückrundenstart nur noch vier Punkte vor einem Abstiegsplatz.

Um das Tal der Tränen zu verlassen, setzt man bei den Miezen auf den Faktor Fans - denn der Karnevalsamstag wird zu einer Doppelveranstaltung der MJC: Gleich im Anschluss, um 17.30 Uhr, bestreitet die Männer-Mannschaft ihre Rheinlandliga-Partie gegen Bassenheim, für das auch die Eintrittskarte des Miezenspiels gültig ist. „Wir hoffen auf viele Zuschauer, die erst die Miezen unterstützen und dann in die närrischen Tage aufbrechen wollen - gerne auch als Miezen kostümiert“, sagt Brech. In der Halbzeitpause tritt passend zur fünften Jahreszeit eine Garde der KG Rote Funken mit einem Showtanz auf.

Und wenn die Mannschaften in die Kabine gehen, hofft man bei der MJC darauf, dass nicht schon wieder alles entschieden ist, wie zuletzt schon häufiger. „Unsere Startphasen waren in den vergangenen Wochen wenig berauschend. Das muss sich ändern“, sagt Brech.

In der Hinrunde hatten die Miezen locker mit 32:23 beim Aufsteiger aus der Nähe von München gewonnen. Ein ähnliches Resultat am Karnevalssamstag würde sicherlich für Freude an den närrischen Tagen sorgen, wenn auch Trainer Andy Palm meint: Wir tun gut daran, den Gegner nicht an diesem Resultat zu messen.“ Gröbenzell, das auf seine beste Werferin Vera Balk (Kreuzbandriss) verzichten muss, bezeichnet die Miezen auf seiner Internetseite indes schon als „angezählten Boxer, der dadurch besonders gefährlich“ sei.

DJK/MJC Trier: Eckelt, Minami – Sattler, Zrnec, Tolic, Szabo, Petrovska, Czanik, Smits, Müller, Houben, Welter (?)