Viele frohe Gesichter nach einer Woche Frauenhandball-WM in Trier – Arena-Team bemüht sich um weitere Sport-Großveranstaltungen.

Handball : Eine wahre Pracht

Viele frohe Gesichter nach einer Woche Frauenhandball-WM in Trier – Arena-Team bemüht sich um weitere Sport-Großveranstaltungen.

Begeisterung, große Erleichterung – und auch ein bisschen Wehmut. Bei den WM-Organisatoren der Arena Trier war am gestrigen Schlusstag der Vorrundengruppe A der Frauenhandball-Weltmeisterschaft die Gemütslage facettenreich. WM-Projektleiterin Julia Lewen und Wolfgang Esser, Chef des lokalen WM-Organisationskomitees, zauberte vor allem der über den Erwartungen liegende Zuschauerzuspruch ein Leuchten in die Augen. „Es waren immer schöne Momente, wenn jeden Morgen die neuesten Zahlen zum Vorverkauf auf den Tisch kamen“, sagt Lewen. Mit 16 000 verkauften Tickets hatten die Macher im Vorfeld kalkuliert - am Ende waren es rund 21 500 Karten, die für die 15 Partien in der Arena an die Fans gebracht wurden. „Es konnte keiner damit rechnen, dass die Teams von Slowenien, Spanien und vor allem Rumänien so viele eigene Anhänger mobilisieren würden“, gestand Esser.

Die angolanische Kreisläuferin Albertina Kassoma. Foto: TV/H.K.

Und die Zuschauer, die kamen, verbreiteten eine tolle Stimmung. „Es sind nie Aggressionen aufgekommen“, betont Esser. Wie die Arena finanziell aus der WM-Woche kommt, konnte er gestern noch nicht abschließend sagen.

Spanische Fans auf den Tribünen der Arena Trier. Foto: TV/H.K.

Das internationale Echo auf die WM-Woche in Trier sei sehr positiv, berichtet Tim Nimmesgern, Organisationsleiter des Deutschen Handball-Bunds am Spielort Trier, der die Außenwirkung an einem Beispiel festmacht: „Das Fernsehbild sah mit den vollen Tribünen überragend aus. Alleine in Frankreich haben Millionen Zuschauer die WM am Bildschirm verfolgt.“

Die Frauen-WM in Trier als Teil des Stadtmarketings und als Chance, die Arena für weitere Sport-Großveranstaltungen ins Gespräch zu bringen - aus Sicht von Esser sind beide Ziele erreicht worden. „Wir haben mit der WM die Daseinsberechtigung der Arena nochmals unterstrichen - manch einer hatte ja schon Zweifel geäußert nach den Abstiegen der Trierer Basketballer und der Handball-Miezen. Wir haben einen starken Akzent in puncto Hallensport gesetzt“, sagt der Arena-Geschäftsführer, der auch schon ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudert: „Wir hoffen, im nächsten Jahr vielleicht weitere Länderspiele im Basketball und Handball ausrichten zu können. Und es gibt auch eine Anfrage als Austragungsort für die Badminton-Europameisterschaft.“

Das ist noch Zukunftsmusik. Erstmal muss die Gegenwart gemeistert werden. Und die ist arbeitsreich. Lewen: „Der Alltag geht weiter, wir haben fünf Veranstaltungen in den nächsten acht Tagen.“ Schon am heutigen Samstagabend spielen die Miezen in der Arena, am Sonntag haben die Gladiators ein Heimspiel. Am Dienstag tritt die Metal-Band Manowar auf.

Sportlich bot der Schlusstag in Trier nach einem dramatischen 25:25-Remis am Abend zuvor zwischen Frankreich und Spanien zunächst eine weitere enge Partie. Im ersten Spiel holte sich Angola im Duell der bis dato sieglosen Teams gegen Paraguay vor 1123 Zuschauern den ersten WM-Erfolg (32:28). Angola spielt nun in der Runde um die Plätze 17 bis 20 am Sonntag in Leipzig zunächst gegen Polen. Paraguay bleibt der Kampf um die Ränge 21 bis 24 – Gegner am Sonntag in Magdeburg ist Argentinien.

Auch die ,Verlierer’ der Gruppe A werden Trier in guter Erinnerung behalten. „Wir hatten eine fantastische Zeit in Trier. Die kurzen Wege, die Organisation - alle haben einen tollen Job gemacht. Und ich war schon bei mehreren Turnieren dabei“, sagte Angolas dänischer Trainer Morten Soubak.

Im zweiten Spiel kassierte Rumänien vor 3824 Zuschauern eine klare 17:26-Niederlage gegen Frankreich. Da die Osteuropäerinnen schon vor der Partie als Gruppenerster feststand, schickte Trainer Ambros Martin nicht seine beste Mannschaft aufs Feld. Rumänien trifft im Achtelfinale in Leipzig nun auf Tschechien, Frankreich bekommt es an gleicher Stelle mit Ungarn zu tun.

Die letzte Partie in Trier am späten gestrigen Abend vor 3422 Zuschauern entschied Spanien gegen Slowenien mit 33:26 für sich. Das heißt: Spanien spielt im Achtelfinale gegen Norwegen, Slowenien trifft auf Schweden (beide Partien ebenfalls in Leipzig).

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