Vorentscheidung um Titel gefallen - HSV frohlockt

Kiel (dpa) · Der THW Kiel hat endgültig den Nimbus der Unbesiegbarkeit verloren und sich aus dem Rennen um die Meisterschale katapultiert. „Die Liga ist damit abgehakt“, sagte Kiels Trainer Alfred Gislason nach der zweiten Heimniederlage in acht Tagen.

Zuerst das Negativerlebnis gegen Großwallstadt (25:28), dann das 31:33 (17:19) gegen die Rhein-Neckar-Löwen. „Bei uns steckt momentan der Wurm drin“, meinte THW-Geschäftsführer Uli Derad. Während man sich an der Förde nun auf die Champions League und das Pokal-Final-Four konzentriert, steht der HSV mit acht Punkten Vorsprung sieben Spiele vor Saisonende vor dem Ziel seiner Träume.

„Wir sind stabil. Die Niederlagen von Kiel spielen uns in die Karten. Wir glauben an die Meisterschaft, auch wenn wir erst feiern, wenn es so weit ist“, sagte Pascal Hens, der nach dem 34:30 (15:13) bei der SG Flensburg-Handewitt noch keine Glückwünsche annehmen wollte: „Das will keiner von uns hören. Wir sind oft genug auf die Fresse geflogen. Aber wenn wir weiter so spielen wie momentan, glaube ich auch nicht, dass es schiefgehen kann.“

Hens und Co. bekamen zum Pausentee in der Campushalle das Ergebnis aus Kiel serviert und gingen beschwingt zurück aufs Parkett: „Das nahm uns den Druck und gab uns einen Extra-Schub. Das Polster wollen wir uns nicht nehmen lassen.“ In beeindruckender Manier spielte der HSV den Sieg heraus. „Das war ein großer Schritt, aber wir müssen auch die nächsten Schritte hinbekommen“, äußerte sich Trainer Martin Schwalb noch verhalten: „Wir wollen deutscher Meister werden, aber wir sind es noch nicht.“

Von vier schweren Auswärtspartien in der Rückrunde hat der HSV in Berlin und Flensburg gewonnen. Die bevorstehenden Aufgaben in Kiel und Mannheim kann er sogar verlieren und dennoch den ersten nationalen Titel in den Händen halten.

Der THW muss nun aufpassen, nicht auch noch Platz zwei zu verlieren. Einzig das überragende Torverhältnis hält die punktgleichen Löwen noch auf Distanz. „Wir haben solche Situationen lange nicht erlebt, damit müssen wir klarkommen. Wir müssen uns wiederfinden und an uns glauben. Es hakt irgendwie“, sagte Filip Jicha und beschrieb damit die Ratlosigkeit der erfolgsverwöhnten Schleswig-Holsteiner.

Jichas Wunsch: „Jeder muss jetzt ein bisschen mehr machen. Ich wünsche mir, dass wir es hinkriegen.“ Immerhin geht es noch um zwei Titel - vor allem im Viertelfinale der Königsklasse gegen Barcelona muss der THW zu alter Stärke zurückfinden.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Meister JSG Welling/Bassenheim kommt zum letzten
Reicht es für die JSG Bernkastel-Wittlich noch zum Vize-Titel? versöhnlicher Abschluss für die JSG Mosel/Ruwer (männliche A) - Schweicherinnen sind Favoritinnen beim Tabellenletzten und Wittlicher Mädels empfangen den Meister (weibliche C)
Handball RPS Oberligen Jugend 20.4.24Reicht es für die JSG Bernkastel-Wittlich noch zum Vize-Titel? versöhnlicher Abschluss für die JSG Mosel/Ruwer (männliche A) - Schweicherinnen sind Favoritinnen beim Tabellenletzten und Wittlicher Mädels empfangen den Meister (weibliche C)
Zum Thema
Aus dem Ressort