1. Sport

Kegeln: KSV Riol spielt künftig in der Halle des SKV Trier

Riol/Trier : Kegeln: Ex-Meister Riol zieht es nach Trier

Ein Kegel-Spitzenclub will wieder nach oben. Warum der KSV Riol – Deutscher Meister von 2018 – dafür umziehen muss.

Eine Sportstätte mit viel Tradition. Eine, in der jede Menge Siege gefeiert wurden. Eine, die Deutsche Meister hervorgebracht hat. Und die jetzt in dieser Funktion dem Untergang geweiht ist – um ein bisschen Pathos reinzubringen. So sieht’s aus. Auch wenn man bei dieser Anmoderation vielleicht nicht automatisch an die „Brunnenschänke“ in der Moselgemeinde Riol denken muss, die vor 22 Jahren eröffnet wurde und schnell zu einem Hotspot im deutschen Kegelsport wurde. 2018 wurde der KSV Riol sogar Deutscher Mannschaftsmeister im Sportkegeln auf Scherebahnen. Nachdem er zuvor ein „Abo“ auf die Vizemeisterschaft hatte.

Das wird sich dort nicht wiederholen. „Die Bahnen stehen zum Verkauf, es gibt schon Interessenten“, sagt Anton Krämer, der Teamchef des KSV Riol, dem TV. Die Corona-Pandemie hat ihren Anteil daran: Halle und Club finanzieren sich auch über die angeschlossene Gastronomie. Und seit über einem Jahr lag der Betrieb praktisch brach - laut Krämer kam auch noch Pech mit einem Pächter hinzu.

Was aus dem Gebäude im Herzen Riols wird, ist noch nicht ganz spruchreif, aber eins steht fest: Gekegelt wird dort nicht mehr. Die gute Nachricht, die Krämer auf Lager hat: Der KSV wird weiterbestehen. Der vielfache Deutsche Vizemeister wird künftig mit voraussichtlich vier Mannschaften in der Kegelsporthalle Trier-Heiligkreuz antreten. Dort stehen acht Bahnen zur Verfügung. Die Halle ist auch die Heimat des Kegel-Zweitligisten SKV Trier. Riol hatte im vergangenen Jahr sein Team aus der Bundesliga zurückgezogen und spielt in der kommenden Saison in der Rheinland-Pfalz-Liga - dort dürften die Rioler aber mit einer zum großen Teil Bundesliga-erfahrenen Truppe das Maß der Liga sein. Neben Ex-Weltmeister Steve Blasen kegelt unter anderem auch Marjan Leis weiterhin beim KSV – beide wurden 2018 dort Deutsche Meister. „Ein ganz großes Danke gilt dem SKV Trier. Durch sein Zustimmen ist es für alle Rioler KeglerInnen weiterhin möglich, dem Kegelsport für den KSV nachgehen zu können“, sagte Leis.

Für den sportlichen Leiter des KSV, Carsten Krämer, ging es um die sportliche Existenz: „Hätten wir keine Anlage gefundn, wäre die Geschichte des Vereins abrupt zu Ende gewesen. Und das nach den vielen erfolgreichen Jahren.“ Da auch die Mehrheit der aktiven Spielerinnen und Spieler dem Antrag des Vorstandes zustimmte, nach Trier umzuziehen, wird der KSV ab der kommenden Saison erstmals außerhalb Riols seine Heimspiele austragen.