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Albert Thiex Laufkarriere begann in kurzen Laufhosen im Schnee bei Prüm

Laufen : Es begann in kurzen Laufhosen im Schnee

Albert Thiex feiert am Samstag bei den Crosslauf-Bezirksmeisterschaften 40 Jahre im Wettkampfsport. Der 69-Jährige erinnert sich, wie sich die Laufbewegung entwickelt hat.

(teu) Als Läufer brauchte man in der Eifel vor vier Jahrzehnten ein dickes Fell. Nicht nur, weil die Winter kälter waren, mit viel Schnee, sagt Albert Thiex. „Als Läufer war man ein Exot“, erzählt der 69-Jährige. Als er 1973 zu seiner Frau nach Merlscheid zog und dort bald das ein oder andere Mal laufend gesichtet wurde, sei sein Schwiegervater, von Beruf Landwirt, angesprochen worden, dass der junge Mann doch seine Kraft besser auf den Feldern abarbeiten solle. „Man hat uns Läufer damals angeguckt, als seien wir von einem anderen Stern“, erinnert sich Thiex.

Vom Sport abgehalten hat ihn das nicht. Bei den Crosslauf-Bezirksmeisterschaft in Bengel (Kreis Bernkastel-Wittlich) am Samstag, 19. Januar, beginnt Thiex' 40. Wettkampfjahr. Wenn er sich nach dem Seniorenrennen über 5,5 Kilometer in der direkt an der Strecke liegenden warmen Halle umziehen und duschen kann, ist das der reinste Luxus gegenüber den Anfängen der Laufbewegung. „Das ist nicht zu vergleichen mit dem, was heute so geboten wird“, erzählt Thiex. „Duschen gab es nirgendwo.“ Die Laufveranstaltungen vor vier Jahrzehnten, das war im Eifelkreis Bitburg-Prüm eigentlich nur die Crosslaufserie mit vier Rennen in Orenhofen, Waxweiler, Irrel und Prüm. „Wenn mal 120 Leute irgendwo waren, war das viel.“

In der Wolfsschlucht bei Prüm stand Thiex 1979 erstmals bei einem offiziellen Wettkampf am Start. Keine Frage: in kurzer Hose! „Das war damals schon abenteuerlich. Lange Laufhosen gab es nicht. Ich bin im tiefsten Schnee mit kurzer Hose gelaufen - und mit einem Baumwoll-T-Shirt“, erzählt Thiex. „Dass man sich damals nicht den Tod geholt hat, wundert mich heute.“ Schweiß transportierende und den Körper warm haltende Funktionsfasern, Fehlanzeige.

Aber Spaß gemacht habe es trotzdem. Der große Schub kam aber auch bei Thiex erst, als die Volkslauf-Bewegung in den 1980er Jahren Schwung aufnahm. 1984 war er einer der Mitbegründer der LG Pronsfeld-Lünebach (siehe Info-Kasten). „Ich hätte nicht gedacht, dass ich so lange durchhalten würde“, sagt er mit Blick auf seine Vorstandstätigkeit in der LG, aber auch auf 40 Jahre Wettkampflaufen.

Als Thiex mit 30 Jahren seine ersten Rennen lief, war er eher einer der Älteren im Läuferfeld. „Es gab nicht viele Senioren, aber die, die liefen, so wie Ferdi Theisen, das waren Granaten“, erinnert er sich. Dass es heutzutage viel mehr Altersklassenläufer gibt, sei auch ein Spiegelbild des demographischen Wandels und des geänderten Gesundheitsbewusstseins. In den 1970er Jahren sei der Laufsport überwiegend leistungsorientiert ausgerichtet gewesen. „Es wurde schnell gelaufen. Ich habe den Eindruck, dass man früher schneller laufen musste, um etwas zu erreichen“, sagt Thiex. Heute stehe der Gesundheitsaspekt viel stärker im Vordergrund. Und das ist gut so! Thiex hat selbst gemerkt, wie gut ihm die lebenslange Bewegung tut. „Ich habe mich vor 20, 30 Jahren nicht besser gefühlt, als heute“, sagt er.