Triathlon Als Europameister will Peter Joecken nun die Hawaii-Qualifikation

Trier/Roth · Peter Joecken von Tri Post Trier war beim Langdistanztriathlon in Roth einer der erfolgreichen Teilnehmer aus der Region Trier. Der 67-Jährige will jetzt noch einmal für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii qualifizieren.

 Nachdem Peter Joecken von Tri Post Trier beim Ironman auf Lanzarote aufgeben musste, wetzte der 67-Jährige diese Scharte bei den Langdistanz-Europameisterschaften im fränkischen Roth als Titelträger seiner Altersklasse M 65 mehr als aus.

Nachdem Peter Joecken von Tri Post Trier beim Ironman auf Lanzarote aufgeben musste, wetzte der 67-Jährige diese Scharte bei den Langdistanz-Europameisterschaften im fränkischen Roth als Titelträger seiner Altersklasse M 65 mehr als aus.

Foto: privat

(teu) Aufgeben ist nicht Peter Joeckens Ding. Und doch ist es dem Triathlon-Langdistanz-Routinier von Tri Post Trier in diesem Sommer passiert. Beim Ironman auf Lanzarote kam der 67-Jährige erstmals nicht ins Ziel. Nach 3,8 Kilometer Schwimmen ging schon auf der 180 Kilometer langen Radstrecke nichts mehr. Zum abschließenden 42,195-Kilometer-Lauf trat Joecken nicht mehr an.

Ganz anders nur sieben Wochen später auf den gleichen Distanzen im fränkischen Roth. Beim traditionsreichsten deutschen Langdistanz-Triathlon wurden in diesem Jahr sowohl die Deutschen Meister als auch die europäischen Titelträger ermittelt.

Im Schwimmen war Joecken im Rhein-Donau-Kanal wie gewohnt nicht überragend, aber in 1:25:20 Stunden mit der viertbesten Zeit in der Altersklasse der 65- bis 69 Jahren (M 65) solide unterwegs. Beim Wechsel aufs Fahrrad machte er bereits einen Platz gut. In seiner Sahnedisziplin fuhr Joecken nach 70 Kilometern an die Spitze seiner Altersgenossen. „Ich ging die Radstrecke mit Bedacht und nach dem Motto 'Körnchen sparen' verhalten an. Ich wollte konstant durchfahren, ohne das Letzte aus mir heraus zu holen“, erklärt er, dass er versuchte, sich in jeder Phase des Rennens Reserven zur Verfügung zu halten. Immerhin wartete als Abschlussdisziplin der Marathonlauf. Trotz der immer leicht angezogenen Handbremse: „Ich konnte mein Tempo knapp über 31 km/h halten“, freut sich Joecken über die Radzeit von 5:26:39 Stunden.

Als er als Erster der M-65-Athleten aus der zweiten Wechselzone lief, wurde ihm ein Vorsprung von vier Minuten auf den M-65-Zweiten signalisiert. „Ich konnte das nicht glauben und nahm mir vor, an den Wendepunkten zu schauen, wie und wo ich lag. Und siehe da, es war tatsächlich so: Ich lief in meiner AK also von der Spitze weg“, erzählt Joecken.

Anders als noch knapp zwei Monate zuvor auf Lanzarote das negative begann nun das positive Kopfkino: „Ich begann mich mit dem Gedanken anzufreunden, ich könne es aufs Podium schaffen.“ An den Senioren-Europameistertitel dachte Joecken da noch nicht. Denn die, die ihn da jagten waren im Gegensatz zu dem ehemaligen Radrennfahrer ausgewiesene Laufspezialisten. „Ich kenne das Gefühl, nach einer guten Radzeit dann von besseren Läufern eingesammelt zu werden“, berichtet er.

Diesmal aber nicht! Joeckens Beine wurde müde, aber er hielt den Kilometerschnitt von 5:45 Minuten. Zwischenzeitlich kam Winfried Zerrahn zwar bis auf zwei Minuten an den Trierer heran. Ab der Halbmarathonmarke musste der Triathlet aus Erlangen seiner Aufholjagd aber Tribut zollen. Joeckens Vorsprung vergrößerte sich von Kilometer zu Kilometer. Dann aber doch der Schreck: Joeckens Muskulatur rebellierte: Oberschenkelkrampf. Mit Hilfe von Salztabletten kam er wieder ins Laufen. Sein Vorsprung schrumpfte nur um etwa eine auf sechs Minuten. Wichtig: Er konnte sein Lauftempo wieder aufnehmen.

 Nachdem Peter Joecken von Tri Post Trier beim Ironman auf Lanzarote aufgeben musste, wetzte der 67-Jährige diese Scharte bei den Langdistanz-Europameisterschaften im fränkischen Roth als Titelträger seiner Altersklasse M 65 mehr als aus.

Nachdem Peter Joecken von Tri Post Trier beim Ironman auf Lanzarote aufgeben musste, wetzte der 67-Jährige diese Scharte bei den Langdistanz-Europameisterschaften im fränkischen Roth als Titelträger seiner Altersklasse M 65 mehr als aus.

Foto: privat

Kurz vor dem Ziel noch einmal eine Schrecksekunde: Joecken stolpert, stürzt, rappelt sich aber direkt wieder auf. „Meine Schritte waren wohl zu schlapp geworden“, vermutet er. Nach elf Stunden, 16 Minuten und 35 Sekunden konnte Joecken seinen M-65-Europameistertitel feiern. Zerrahn (11:23:55) lag am Ende fast acht Minuten hinter Joecken. „Jetzt bin ich nur noch glücklich und zufrieden“, sagt dieser, blickt aber schon voraus: Anfang Oktober soll es zum Ironman nach Barcelona gehen. Dort will sich der Triathlon-Langdistanz-Europameister für die Ironman-WM auf Hawaii qualifizieren.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort