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Auf dem Feldweg reift Medaillentraum von der Leichtathletik-Jugend-DM

Deutsche Meisterschaft : Auf dem Feldweg reift der Medaillentraum

Verschoben um sechs Wochen finden von Freitag bis Sonntag die deutschen Leichtathletik-Jugendmeisterschaften in Heilbronn mit drei Teilnehmern aus der Region Trier statt.

Hanna Kaiser ist sozusagen der alte Hase unter den drei Jugend-DM-Teilnehmern aus der Region Trier. Die 18 Jahre alte Diskuswerferin von der LG Bernkastel-Wittlich war schon fünf Mal dabei. 3000-Meter-Läufer Simon Quint vom Post-Sportverein Trier kennt den Ablauf bereits von den nationalen U-16-Titelkämpfen im vergangenen Jahr. Rebecca Bierbrauer vom Verein Silvesterlauf Trier ist zwar deutsche Nachwuchs-Triathlon-Meisterin, aber in der Stadion-Leichtathletik (ebenfalls 3000 Meter U 18) Novizin.

Hanna Kaiser war bereits 2017 und im vergangenen Jahr Jugend-DM-Vierte. Klar, der Traum von einer Medaille schwingt auch am Wochenende in Heilbronn immer mit. Vor allem, weil sie ihre persönliche Bestweite mit der Ein-Kilo-Wurfscheibe in diesem Sommer bereits zweimal gesteigert hat. Anfang August warf sie in Villmar 45,96 Metern. Am vergangenen Samstag in Kirn schaffte sie ihren ersten 46-Meter-Wurf (46,15 Meter). Das ist Bezirksrekord (aller weiblichen Klassen). Ihr dritter!

Aber die Konkurrenz ist wegen der ausgefallenen Frühjahrswettkämpfe schwer einzuschätzen. „Einige Werferinnen haben ihre Saisonbestleistungen noch von den Winterwurfmeisterschaften stehen“, hat Hanna Kaiser beobachtet. In der nationalen U-20-Jahresbestenliste steht sie an achter Stelle. Aber nach der Corona-Pause warfen erst drei Athletinnen der Jahrgänge 2001 und 2002 weiter als die Moselanerin.

 Diskuswerferin Hanna Kaiser von der LG Bernkastel-Wittlichhat im Vorfeld der deutschen Jugendmeisterschaften ihren eigenen Bezirksrekord zweimal auf nun 46,15 Meter verbessert.
Diskuswerferin Hanna Kaiser von der LG Bernkastel-Wittlichhat im Vorfeld der deutschen Jugendmeisterschaften ihren eigenen Bezirksrekord zweimal auf nun 46,15 Meter verbessert. Foto: Holger Teusch

Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre will sich Hanna Kaiser aber keinen Druck machen. Zu viel kann in den Wurfdisziplinen passieren. Wie kommt man mit dem Ring zurecht, der eher glatt oder stumpf sein kann? Schafft man mit dem ersten Versuch bereits Sicherheit? „Unter die besten Zehn zu kommen wäre schon super. Und wenn ich nach drei Versuchen unter den besten Acht bin (Anmerkung: und damit drei weitere Versuche hat) ist vielleicht was drin“, gibt sich Hanna Kaiser beim Blick auf ihren auf Samstag terminierten Wettkampf gelassen.

Erst einmal freut sie sich, dass sie wieder bei einem großen Wettkampf starten kann. Das Außergewöhnliche: Ihre Leistungssteigerung hat die angehende Abiturientin nach der Trennung von Coach Daniel Steup vor einem Jahr ohne Trainer in Eigenregie geschafft. Und dass unter den Einschränkungen der Corona-Zeit mit geschlossenen Sportplätzen. „Wir sind zeitweise einfach auf einen Feldweg gefahren und ich habe auf eine Wiese geworfen“, erzählt Hanna Kaiser wie sie im Frühjahr mit ihren Eltern geeignete Trainingsmöglichkeiten suchte. Ihr größtes Problem: Technikkorrekturen. Ihre Eltern nehmen Videosequenzen ihrer Würfe auf, die Wurf-Verbandstrainerin Jenny Müller per Fernanalyse begutachtet.

Gerade so in die in diesem Jahr coronabedingt außer durch Qualifikationsnormen durch Teilnehmerbeschränkungen auf 15 Starter limitierten 3000-Meter-Felder sind Rebecca Bierbrauer und Simon Quint hineingerutscht. Die Silvesterlauf-Athletin und der PST-Läufer haben auch schon auf Feldwegen von DM-Medaillen geträumt. Für beide Läufer ist dieser Untergrund aber normal, die Einschränkungen im Frühjahr waren deshalb nicht so einschneidend. Für die Langstreckler gilt es am Freitagabend Erfahrungen zu sammeln. Die nationale Spitze ist von den Bestzeiten her jeweils rund 20 Sekunden entfernt. Beide gehören dem jüngsten Jugendjahrgang an, können also noch bis 2023 bei den Nachwuchsmeisterschaften starten.

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