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Achilles ist ein Depp! - Tipps für Läufer (Teil 41)

Laufkolumne : Achilles ist ein Depp! - Tipps für Läufer (Teil 41)

Wenn die Achillessehne schmerzt, hört der Spaß auf. Hätte die Mutter des tragischen Kriegshelden der griechischen Mythologie ihn nicht anders anpacken können? Gedanken, die unseren Laufkolumnisten Rainer Neubert umtreiben.

Von wegen unverwundbar! Zwar wurde der griechischen Sage nach Achilles von seiner Mutter in den göttlichen Unterweltsfluss Styx getaucht, um ihn unverwundbar zu machen. Dumm nur, dass sie ihn dabei so am Knöchel festgehalten hat, dass dorthin kein Wasser kam. Weil in der Götter- und Halbgötterwelt der Krieg wahre Männer brauchte, zog Achilles also in die Schlacht und war so lange erfolgreich, bis ihn ein tödlicher Pfeil in die ungeschützte Ferse traf.

Was lernen wir daraus? 1. Wer vom Krieg begeistert ist, muss ein Depp sein. 2. Niemand ist unverwundbar. 3. Die Achillesferse kann durchaus zum großen Problem werden. Im Laufsport mutiert die griechische Ferse zur stärksten Sehne im menschlichen Körper, die das Laufen und Springen erst möglich macht. Wenn sie sich entzündet, ist das schmerzhaft und die Heilung langwierig.

Häufige Ursachen sind zu viel Training, Fehlstellungen der Gelenke oder falsche Schuhe. Nach nicht wissenschaftlichen Erhebungen im Umfeld meiner Lauffreunde hat fast jeder halbwegs ambitionierte Freizeitsportler das schon erlebt. Eigene Erfahrungen sind ausdrücklich nicht ausgenommen. 

Aber was hilft, wenn die Sehne schmerzt? Kühlung und eine kurze Sportpause sind dann sinnvoll. Besonders wichtig ist es aber, die Sehnenzellen zu stimulieren, sich zu erneuern und Kollagen zu bilden. Am besten gelingt das durch tägliche exzentrische Übungen. Bei denen nimmt der Schmerz zwar möglicherweise vorübergehend zu. Die Chancen für einen Erfolg sind allerdings hoch, Sportmediziner sprechen von 90 Prozent.

Und so funktioniert’s: Man stellt sich mit den Zehen und dem vorderen Fußballen auf eine Stufe. Die Fersen bleiben in der Luft. Nach zwei Sekunden im Zehenstand wird die Ferse langsam gesenkt, bis die maximale Dehnung erreicht ist. Dabei befindet sich die Ferse unter dem Treppenniveau. Nach zwei Sekunden geht es dann wieder in den Zehenstand. Dreimal 15 Wiederholungen pro Bein, dann glühen die Waden. Unserem griechischen Kriegsdeppen Achilles hätte das zwar vermutlich nicht geholfen. Vielleicht aber dem Vater aller Marathonläufer, Pheidippides. Doch das ist eine andere Geschichte.

laufen@volksfreund.de

Demnächst: Die Ferse und der Sporn