Ausnahmezustand

Es gibt Leute, die nennen es gaga, bekloppt oder verrückt. Gewöhnlich ist es tatsächlich nicht, was am Freitag und Samstag einige Läufer auf den 200 Kilometern zwischen Koblenz und Trier entlang der Mosel anstellen. Wo der besondere Reiz liegt, weiß TV-Laufkolumnist Rainer Neubert

Komplett wird die Strecke vermutlich niemand laufen. Das ist bislang schließlich erst viermal gelungen. Aber 100 000 Meter und ein paar Tausend Meter mehr, das nehmen sich bestimmt wieder einige Teilnehmer des Benefizlaufes vor, wenn auch nicht unbedingt mit Ansage.
Damit keine Missverständnisse entstehen: Ich gehöre nicht dazu. Aber ich werde dabei sein, wenn es dazu kommen sollte, als Teilnehmer einer von mehreren Staffeln. Ziel ist es dabei, in den 24 Stunden zwischen Deutschem Eck und Hospizhaus immer mindestens einen Läufer oder eine Läuferin auf der Strecke zu haben.
Am Ende - wenn es gelingt und die Beine schwer sind - werden sich alle im endorphindurchwirkten Ausnahmezustand befinden. Dann werden 24 Stunden mit vielen Laufkilometern, mit noch mehr Freunden, guten Gesprächen, ein wenig Schmerz und noch weniger Schlaf bewältigt sein.
Das sei vollkommen gaga, bekloppt, sagen manche. Ich nenne es ein außergewöhnliches Erlebnis! Wer sich dem Tross für ein oder mehrere Etappen anschließen möchte, ist herzlich eingeladen. Startgebühr wird keine verlangt. Ohne Spende für das Hospizhaus geht aber nichts.