Benefizlauf mit Spaßgarantie

Wenn ich hier im Süden Frankreichs gelegentlich urlaubsverträgliche Runden drehe, geht es mir richtig gut. Nur eine Sache bedauere ich wirklich: den verpassten Hospizlauf 2011. Unter den strengen Augen des bronzenen Kaisers Wilhelm II. macht sich am Freitag um die Mittagszeit am Deutschen Eck in Koblenz eine Schar von Läuferinnen und Läufern auf den Weg von der Mündung der Mosel in den Rhein.

Nahezu 200 Kilometer liegen vor ihnen. Und wenn alles klappt, wird die erschöpfte, aber glückliche Meute 24 Stunden später am Hospizhaus Trier gegenüber dem Landesmuseum ins Ziel kommen. Natürlich werden am Ende nur noch wenige dabei sein, die in Koblenz gestartet sind. Viele der Teilnehmer laufen "nur" ein mehr oder weniger langes Teilstück und spenden einen Betrag für den Hospizverein. Einige Läufer werden Teil einer Staffel sein, die im Team die komplette Strecke nach Trier läuft. Und vielleicht wird sogar wieder ein Ultraläufer so stark sein, dass er nach 190 Kilometern noch immer nicht aufhören will zu laufen. Als Teilnehmer und Mitorganisator einer Hospizstaffel habe ich im vergangenen Jahr diesen außergewöhnlichen Lauf erlebt. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir dabei die Nachtetappen - und die vielen guten Gespräche, für die bei einem Tempo um sechs Minuten jeder genug Luft hatte. Es ist ein richtiger Quassellauf, um neue Bekanntschaften zu machen und mit Bekannten ins Gespräch zu kommen, für die sonst meist ein freundlicher Gruß genügen muss. Ich hoffe, meine Schilderung macht Lesern dieser Kolumne Lust, sich am Freitag oder Samstag dem Tross für fünf, zehn oder mehr Kilometer anzuschließen. Wo sich die Läufer aktuell befinden, lässt sich im Internet verfolgen. Unter www.hospiz-lauf.de ist auch der Zeitplan zu finden, mit allen Etappenzielen. Am Freitag werde ich zumindest in Gedanken dabei sein. Hier im Süden starte ich dann meinen ganz persönlichen Benefizlauf.