Blasenschwäche(n)

Wenn Läufer von eine Blase sprechen, kann das zwei Bedeutungen haben. In beiden Fällen kann es gegebenenfalls schmerzhaft werden. Davon handelt die neue Kolumne des TV-Laufexperten Rainer Neubert.

Manchmal sind Männer im Vorteil. Das gilt beispielsweise für Laufveranstaltungen. Wer es da nicht schafft, sich vor dem Start zu erleichtern, oder über eine "nervöse Blase" verfügt, muss irgendwann seinem Drang nachgeben. Zumindest bei großen Läufen steht dafür in der Regel eine Reihe von Plastikklos zur Verfügung. Wer ein solches aufsucht, verliert allerdings viel Zeit, weshalb die meisten Männer in freier Natur oder Stadtparks Büschen und Bäumen gerne eine Sonderbewässerung zukommen lassen. Die Scham hat Grenzen, die Warnung ebenso, dass dies als Ordnungswidrigkeit geahndet werden kann.

Gleiche Chancenverteilung besteht zwischen Männlein und Weiblein allerdings, wenn es um Blasen geht, die sich oft spontan an Zehen, Fußsohle und/oder Ferse bilden. Wahlweise bei neuen, zu engen oder durchnässten Schuhen. Hier baut die kluge Läuferin vor, wie das Beispiel einer Freundin zeigt. Sie umklebt am Abend vor dem Lauf alle neuralgischen Stellen sorgfältig mit Tapeband und lässt den Füßen über Nacht Zeit, sich an die Umpflasterung zu gewöhnen.

"Brauche ich nicht", war meine Reaktion, um zwei Tage später prompt mit einer dicken Blase am mittleren Zeh eines Besseren belehrt zu werden.

Aber es gibt auch eine gemeine Form, wie sich Frauen bei Läufern rächen. Das habe ich in Schweden erlebt, wo ordnungsgemäßes Anstehen zu den Grundtugenden gehört. Bei jenem Massenlauf taten das auch die Frauen. Die Schlange blockierte die komplette Strecke.