Das richtige Maß

Bis zu sechs Lebensjahre gewinnen Läufer durch ihren Sport. Das haben dänische Wissenschaftler herausgefunden. Allerdings gilt das nicht gleichermaßen für alle, die Laufschuhe schnüren. TV-Laufkolumnist hat sich die Studie genauer angesehen.

Mens sana in corpore sano! In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist. Mit dieser Hoffnung hat sich der römische Dichter und Satiriker Juvenal unsterblich gemacht. Gesunde Menschen leben in der Regel länger, das steht längst außer Zweifel. Aber wie genau wirkt sich sportliche Betätigung auf die Gesundheit und folglich auf die Lebenserwartung aus? Das haben dänische Forscher in einer Langzeitstudie (Copenhagen City Heart Study) untersucht: Leben Läufer tatsächlich länger? Und wenn ja: Wie viele Lebensjahre lassen sich tatsächlich erlaufen? Die Daten von fast 18?000 gesunden Männern und Frauen zwischen 20 und 98 Jahren wurden über einen Zeitraum von 27 Jahren gesammelt und analysiert. Mehr als zehn Prozent (1887) von ihnen waren bekennende Läufer.
Unabhängig von Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum oder Übergewicht kommen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass Laufen das Sterblichkeitsrisiko bei Männern um 31 und bei Frauen um 40 Prozent im Vergleich zu Nichtläufern senkt.
Aber wie wirken sich Trainingszeit, Intensität und Tempo aus? Auch darüber gibt die Studie Aufschluss: Wer nicht öfter als dreimal pro Woche bei niedrigem bis mittlerem Tempo läuft und dabei insgesamt höchstens 2,4 Stunden unterwegs ist, gewinnt die meiste Lebenszeit - bis zu sechs Jahren. Wer benötigt noch ein Argument, um die Laufschuhe zu schnüren?
Sehr ambitionierten Sportlern kann an dieser Stelle allerdings ein Dämpfer nicht erspart werden: Wer häufiger, länger, vor allem aber schnell läuft, verspielt nach den Erkenntnissen der Forscher aus Kopenhagen einen Teil der zusätzlich zu erwartenden Lebenszeit. Wobei sie keine Angaben darüber machen, was schnell, langsam oder moderat genau bedeutet.

Quelle: http://aje.oxfordjournals.org/content/early/2013/02/27/aje.kws301.abstract