Laufkolumne : Der Fluch des kleinen Tuchs

Die Natur blüht auf. Alles wunderbar. Wären da nur nicht diese Dinge, die unseren Laufreporter jedes Mal aufregen.

Es gibt nur wenige Dinge, die mich maßlos aufregen. Da es in dieser Kolumne um den Laufsport geht, werde ich nicht näher auf die Trumps, Orbans und Bolsonaros eingehen, die diese Welt nicht zu einem besseren Platz machen. Mächtig auf die Nerven gehen mir leere Bier- und Energydrink-Dosen, Zigarettenverpackungen, Plastik und Verpackungsmaterial vom Schnellimbiss, die achtlos an unseren Laufpfaden und -wegen entsorgt werden. Noch schlimmer, wenn es sich bei der Umweltsauerei um ganze Wagenladungen Müll, kaputte Kühlschränke oder Farbeimer handelt.

Diese Sachen lassen sich auch nicht beim „Plogging“ einsammeln und ordnungsgemäß entsorgen, wie die Kombination von Jogging und Aufheben (schwedisch: Plocka) genannt wird. Diese neue „Sportart“ lässt sich auch beim Wandern durch die aufblühende Natur praktizieren. Warum es den Umweltferkeln nicht einleuchtet, dass der Weg zur nächsten Mülltonne in der Regel nicht weit ist und sie sich selbst mit ihrem Verhalten keinen Gefallen tun, bleibt ein Rätsel.

Gebrauchte Papiertaschentücher fasse ich übrigens bei meinen Plogging-Runden nicht an. Das war bislang kein Problem, denn das Zellstoffmaterial verwittert in der Regel nach einigen Wochen, zumindest, wenn es ab und an regnet. Doch Corona und die Empfehlung, jedes Tuch nur einmal zu benutzen, führt derzeit zu einer wahren Überflutung der Spazier- und Laufwege mit achtlos entsorgten Tüchlein. Deshalb eine dringende Bitte auch an sonst achtsame Läufer, Wanderer und Walker: Entsorgt bitte eure gebrauchten Schnupftücher zu Hause oder am nächsten Mülleimer. Die Natur wird es Euch danken. Ich natürlich auch!

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