Der große Unterschied

Dem Fußball kann sich derzeit niemand entziehen. Nicht einmal TV-Laufkolumnist Rainer Neubert. Dabei hat Fußball doch viel mit dem Laufsport zu tun. Meistens jedenfalls.

Fußball, Fußball, Fußball … und dann kommt lange nichts. So lässt sich in diesen Tagen des kollektiven Europameisterschaftswahns das Sportinteresse der Nation definieren. Als typischer Turnier-Fußballfan werde ich das nicht kritisieren, zumal das Spiel auf dem grünen Rasen viel mit meiner Lieblingssportart zu tun hat: Ohne gute Laufkondition lassen sich auch beim Fußball keine Bäume ausreißen. Das war gestern Abend bei der heißen Partie in der Ukraine gut zu beobachten. Trainingseinheiten im Wald, auf der Bahn oder am Strand gehören deshalb nicht von ungefähr zum Kern einer guten Vorbereitung.

Durchschnittlich läuft ein Profi in den 90 Minuten eines Fußballspiels etwa zehn Kilometer. Selbst von eher gemächlichen Freizeitläufern könnte das mit einem Lächeln bedacht werden, wenn da nicht dieser große Unterschied wäre. Denn während wir Mittel- und Langstreckenjogger meist in einem gleichmäßigen Tempo unterwegs sind, summiert sich die Laufleistung der Kicker auf dem Platz aus unzähligen Sprints, Trabpausen und zügig gelaufenen Kurzstrecken. Bei 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit raubt das mächtig die Kraft.

Zumindest das Problem mit zu heißen Temperaturen haben wir derzeit in unserer Region nicht. Und wenn der Regen nicht früher zurückkommt als vorhergesagt, bedeutet das für den Stadtlauf in Gerolstein und das Bergrennen in Fell gute äußere Bedingungen. Bis dahin schauen wir weiter, wie es in Polen und in der Ukraine läuft. Nur eines wollen wir dort auf keinen Fall: Standfußball.

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