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Die Suche nach dem richtigen Maß - Tipps für Läufer (33)

Laufkolumne : Die Suche nach dem richtigen Maß - Tipps für Läufer (33)

Seit meine normale Armbanduhr den Geist aufgegeben hat, trage ich tagsüber meine Laufuhr, auch wenn ich keinen Sport mache. Das Dilemma: Weil dabei die Zahl der täglichen Schritte unweigerlich angezeigt wird, kenne ich den Unterschied zwischen den in der Regel drei Lauftagen und denen mit überwiegender Sitztätigkeit ziemlich genau.

Manchmal erreicht dann die Zahl der absolvierten Schritte am Abend nicht einmal die Marke von 2000. Wäre da nicht die Gewissheit der Rumpfstabi-Übungen – ohne Laufuhr am Handgelenk – vom Morgen, würden mir graue Haare wachsen.

Aber wie viele Schritte sollten es täglich sein, um gesund und fit zu bleiben. Wer jetzt sofort ruft „10 000!“ hat damit nicht unbedingt recht. Denn diese Zahl, so haben der Spiegel und andere Magazine recherchiert, ist tatsächlich keine medizinisch belegte Zahl, sondern ein Werbegag, den sich schon vor 50 Jahren ein japanischer Fitness-Armband-Hersteller als Motivation ausgedacht hat. Dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die 10 000 vor einigen Jahren als Empfehlung für tägliche Bewegung ausgegeben hat, ist eine Sache die belegt, wie groß der Einfluss von Werbung sein kann.

Tatsächlich gehen unter Sportmedizinern die Meinungen auseinander. Für die einen sind schon 4000 Schritte täglich ausreichend, andere fordern 15 000 oder gar 18 000. Von viel kommt viel? Wer das aus dem Stand umsetzen will, wird sich in vielen Fällen eher schaden als Gutes tun. Zudem muss bedacht werden, dass beim Laufen andere körperlichen Belastungen entstehen als beim Gehen.

Tatsächlich plädiert die Mehrheit der Sportmediziner für moderaten Sport. Für einen vorsorgenden Gesundheitsschutz reicht demnach schon ein wöchentlicher Mehrverbrauch von 1500 bis 2000 Kilokalorien aus. Täglich wären das etwa 300 Kilokalorien zusätzlich durch körperliche Aktivität – das entspricht 20 Minuten joggen oder 50 Minuten flottes Gehen. Für Hobbysportler ist das natürlich zu wenig. Aber wer regelmäßig trainiert und es nicht übertreibt, ist in jedem Fall auf der sicheren Seite. Von meiner Uhr lasse ich mich jedenfalls nicht terrorisieren.

laufen@volksfreund.de

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