Drahtige Männchen

Spätsommer und Herbst sind die Zeit für lange Strecken und Landschaftsläufe. Manchmal wartet auch eine besondere Belohnung im Ziel, zum Beispiel am Samstag im Hochwald. TV-Laufkolumnist Rainer Neubert empfiehlt den Spiridon Volkslauf in Schillingen.

So ein drahtiges Männchen kann durchaus attraktiv sein. Um Missverständnisse auszuräumen: Ich meine damit nicht mich persönlich. Es geht dabei vielmehr um Philippides, der am Samstag leider zum letzten Mal in Schillingen auf erschöpfte und glückliche Läufer wartet. Das kleine Drahtmännchen ist Lohn und Trophäe für alle, die beim sechsten Hochwald-Marathon das Ziel erreichen.

Der wunderschöne, aber mit vielen Höhenmetern versehene Landschaftslauf ist Teil des 20. und voraussichtlich letzten Spiridon Volkslaufs. Denn leider finden sich für die Ausrichtung einer solch großen Veranstaltung kaum noch ausreichend Helfer. Nicht nur dem Spiridon-Vorsitzenden Norbert Thome blutet da das Herz.
Aber es ist besser, die Zeichen der Zeit zu erkennen und nach 20 Jahren einen Schnitt zu vollziehen, als das Risiko des schleichenden Endes einer großartigen Veranstaltung einzugehen. Zumindest als Freundschaftslauf wird der Volkslauf aller Voraussicht nach erhalten bleiben.
Wer also eine Teilnehmerurkunde vom 20. und voraussichtlich letzten Spiridon Volkslauf in Schillingen ergattern will, sollte sich am Samstag in den Hochwald aufmachen. Gut trainierte Langstreckenläufer dürfen sich dann über die letzten Philippides-Trophäen freuen. Dem Namensgeber des hübschen Drahtmännchens sollten sie allerdings nicht nacheifern. Denn der brach laut einer Überlieferung im Jahr 490 vor Christus kurz nach der Zielankunft erschöpft zusammen, nachdem er die Nachricht vom Sieg der Griechen über die Perser überbracht hatte. Er war einfach zu schnell von der Stadt Marathon nach Athen gelaufen.

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