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Kolumne: Auf dem Laufenden
Ein Waldlauf im Paarreim

FOTO: Rainer Neubert
Soll ich, oder soll ich nicht? Dieser Gedanke kommt mir sofort, als ich den Brief von Manfred Moelter in den Händen halte. Vermerkt ist darauf handschriftlich mein Name und der Vermerk „Gedicht für Läufer zur Veröffentlichung“. Von Rainer Neubert
Rainer Neubert

Bei der Lektüre der folgenden Paarreime verwandelt sich die Skepsis in Freude über die witzige und treffende Beschreibung eines Waldlaufs. Soll ich sie veröffentlichen, soll ich nicht? ... Voilà!

Schräg fällt das kalte Winterlicht
das durch die hohen Wolken bricht.
die Farben leuchten in Pastell
im Licht der frühen Sonne hell.

Jetzt fängt die erste Steigung an
auf der geliebten Waldlaufbahn.
Da haue ich den Berggang rein
und setze nun die Schritte klein.

Im Lärchengold im Himmelsblau
da hat so eine wilde Sau,
die von der Gattung Waldesschwein
den Weg gelöchert, muss das sein?

Nun wird der Crosslauf jäh gestoppt,
mir scheint, die Wutzen sind bekloppt.
Es steigt die Strecke weiter auf
und ruhig wird der Gedanken Lauf.

Gut zeigt sich hier des Laufes Lohn,
das weiß ich seit Jahrzehnten schon.
Im steten Rhythmus tap, tap, tap.
Da legt man jede Hektik ab. ...

Am Wegrand liegt der erste Schnee,
ich kalte Bäume vor mir seh.
Im braunen Laub geht jetzt der Lauf
bis zum höchsten Punkt hinauf.

Ich fühle Glück, ich fühl mich frei
und spüre nicht die Lauferei.
jetzt trabe ich bergab und runter,
bin wie beim ersten Schritt so munter.

Strecke die Hände in das Licht,
die Freude, die verlässt mich nicht.
Das Laufen hat mir viel gegeben
bisher in diesem schönen Leben.

Mir scheint, da sind der Dinge drei,
die also bringt die Lauferei.
Es die Freude und die Kraft,
ein ruhiger Geist, der alles schafft.

Danke für das Gedicht. Es wird an dieser Stelle – ich verspreche es – eine Ausnahme bleiben.